4.Herren siegt im Spitzenspiel

TSV Mariendorf

Stralau belohnt sich im Spitzenspiel

Am Sonntag hatte Stralau IV den zweiten der Kreisklasse B TSV Mariendorf zu Gast. In einem spannenden Spiel konnte sich die Berolina letztendlich knapp mit 2:1 durchsetzen. Nach einer souveränen ersten Halbzeit und einer 2:0 Führung im Rücken konnte Stralau im zweiten Durchgang befreit aufspielen, nutzte aber vorne seine Chancen nicht und ließ das Spiel nach hinten raus unnötig lange offen. Der Anschlusstreffer im letzten Schlussdrittel ließ Trainerbank und Anhänger noch einmal zittern, aber Mentalität und ein eisenharter Hintermann bescherten zum Schluss einen knappen, aber verdienten Sieg.
Am letzten schönen Sonnentag dieses Jahres finden sich unsere Jungens im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte auf dem Heiligen Lasker ein, um sich den Tag mit erfrischenden Leibesübungen zu vertreiben. Da heute sage und schreibe drei etatmäßige Innenverteidiger fehlen, gibt es zum Frühstück Rotation á la Kresklasse B: Außenverteidiger Jakob und Pätzel rücken in die Mitte, während Marshall und David die außen übernehmen. Außerdem wird die Vierte heute verstärkt durch die drei Weisen aus dem Morgenland Berger, Böttcher und Schmidtsdorff (An dieser Stelle nochmal Dankeschön von der ganzen Mannschaft). Für Nico „Fußballgott“ Wohlfahrt, der sich heute im Tor beweisen darf, sitzt heute „Anginetten-Lukas“ auf der Trainerbank, der hier auch gleich mal den Grundstein für eine zukünftige Karriere legt.
Pünktlich 10:40 pfeift der Schiri die Partie an und während sich die Mariendorfer Viererkette noch den letzten Schlafsand aus den Augen reibt, fällt auch schon das ersten Tor. Stralau, steht hoch und spielt auf Ballgewinn. Berger, der sich den Ball ergaunert hat, chippt den Ball von der Mittellinie hinter die zu spät reagierende Abwehrreihe auf Zosel, der mehr englischen Rasen vor sich hat als die Queen auf Schloss Windsor. Von Mariendorf kommt keiner mehr hinterher und Zosel entscheidet sich für die sichere Variante: durch die Beine, abgefälscht vom Torhüter trudelt das Bällchen knapp neben dem Pfosten ins Tor, den wollte er auf jeden Fall so machen, kein Zweifel.
Im Anschluss zieht die Heimmannschaft ihr Spiel auf und verdient sich sozusagen im Nachgang die Führung, lange Ballstafetten und hart geführte Zweikämpfe im defensi-ven Mittelfeld lassen Mariendorf zunächst wenig Spielraum für kreative Entfaltung. Doch der TSV arbeitet sich über Standards zurück in die Partie, getreten durch 22-Tore Mann Andre Ballin, dem heute aber nichts so richtig gelingen will. Und gerade in diese Drangphase fällt das 2:0 für Stralau: Standardspezialist Schuldt zirkelt den Ball punktgenau auf Tristan „Die-Einfachen-kann-ja-jeder“ Bode, der in Rücklage ordentlich Druck hinter den Ball bekommt, die Kugel unter die Latte ins Tor befördert und sein erstes Saisontor feiern darf. Kurz darauf ertönt, der Pfiff des Schieris und unsere Helden begeben sich beschwingten Schrittes in die Kabinen um den wohlwollenden, aber auch warnenden Worten des Trainergespanns zu lauschen.
Anpfiff zweite Hälfte und der TSV kommt besser aus der Kabine. Mit langen Bällen sucht Mariendorf die Zielspieler hinter der Abwehrreihe, aber vor allem Rookie of the year Anton macht dort hinten eine gute Figur und köpft alles unter drei Meter fünfzig zurück in die generische Hälfte. Stralau steht hinten bombensicher und hat Platz zum Kontern, vor allem über die schnellen Außen geht immer mal wieder was, doch die Scheitern immer wieder an den eigenen Nerven und verschiedensten Teilen der Torbegrenzung. Bei einem Freistoß von der Strafraumkante beweist Schuldt noch einmal sein feines Füßchen und dreht das Ding an den Außenpfosten. Weil die Berolina es versäumt rechtzeitig den Sack zuzumachen, spielt Mariendorf munter ihr Spielchen mit dem Feuer weiter und belohnt sich in der 74. mit dem Anschlusstreffer. Marius Koschitzki kann sich im Strafraum davonstehlen und markiert mit einem gekonnten Dropkick das 2:1. Stralau wechselt im Anschluss munter durch, so dass sich unter anderem auch Messebauarbeiter Viktor Kaiser sein Trikot über die gestählte Brust ziehen darf und zu seinem Debüt kommt. Die letzten 15 Minuten vergehen quälend langsam, aber Stralau kann mit eisernem Willen und einem bestens aufgelegten Nico Wohlfahrt dagegenhalten. Mit dem Schlusspfiff stürmen Trainerbank und Heimfans auf den Platz und beglückwünschen unsere tapferen Recken: Lorbeerkränze werden verteilt, Bierfässer auf den Platz gerollt und in der Imbissbude die ersten Spanferkel auf offenem Feuer gegrillt. In der Ferne sieht man über der Oberbaumbrücke ein Feuerwerk und unsere Jungs versammeln sich am Spielfeldrand für ein dreifaches Berolina Stralau, so schön kann der Fußball manchmal sein.