Glücklicher Punkt trotz späten Ausgleichs

Nach der schwachen Auswärtsleistung bei TUS Makkabi waren die Stralauer gewillt, Zählbares mit aus Mariendorf zu nehmen. Gegenüber der Vorwoche bekamen Jonach, H. Lüsch und Leskien eine schöpferische Pause. Für sie begannen Ott über den rechten und Wohlfahrt über den linken Flügel sowie P. Lüsch auf seiner angestammten Position vor der Viererkette.

In der Anfangsphase spielten beide Teams munteren Fußball. Die Gastgeber operierten dabei häufig mit Sturmtank Özer als Wandspieler, während sich die Stralauer auf ihr schnelles Umschaltspiel besannen. Die Platzverhältnisse erschwerten den gewünschten Kombinationsfluss, sodass Großchancen zunächst ausblieben. Erst als Ballkrake Friedrich auf dem rechten Flügel zwei Gegenspieler alt aussehen ließ und am langen Pfosten Niemann suchte und fand, konnten die Statistiker die erste Chance verzeichnen. Da Niemann jedoch beim Kopfballversuch vom Gegenspieler zu Fall gebracht wurde, entschied Schiedsrichter Schneider (nicht verwandt oder verschwägert mit Headcoach Schneider) auf Strafstoß. In Abwesenheit der Elfmeter-Maschine Pütz übernahm Beer die Verantwortung und verwandelte zielsicher ins linke obere Eck (10. Minute).

Im Interview nach dem Spiel bemerkte Torschütze Beer süffisant: „Die vielen (mitunter äußerst fragwürdigen, Anmerkung der Redaktion) Elfmeter in den Trainingsspielen haben sich ausgezahlt. Bei meinem Lehrmeister Air-Pütz konnte ich mir einiges abschauen, soviel Abgezocktheit hat mir immer imponiert. Heute konnte ich ein bisschen was zurückzahlen.“

Mit dem Rückenwind der Führung versuchten die Stralauer ihre Defensiv-Linie zu stabilisieren und vorne weiter Nadelstiche zu setzen. Nach langem Abschlag durch Poßnien setzte sich Wohlfahrt gegen zwei Gegenspieler durch und scheiterte erst mit seinem Lupfer am Mariendorfer Torwart (32. Minute). Doch auch die Mariendorfer vermochten es immer wieder gefährlich vor das Stralauer Tor zu kommen, scheiterten aber zumeist an ungenauen Final-Zuspielen im letzten Spieldrittel oder an Rückhalt Poßnien.

Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild, allerdings verlagerte sich das Spielgeschehen mit zunehmender Spieldauer immer weiter in die Hälfte der Einheimischen Stralau-Kicker. Die wenigen Konterchancen wurden oft schlampig zu Ende gespielt und die Defensivreihe, organisiert von Altstar C. Weber ließ ein ums andere Mal ein konsequentes, mutiges Aufrücken vermissen. Dadurch entstanden Lücken im Defensivverbund, die von den Mariendorfern jedoch nur selten konsequent ausgenutzt wurden. Deutlich gefährlicher präsentierten sich die Gastgeber bei Standards, die im Spielverlauf in der Frequenz deutlich zunahmen. Waren zunächst noch Latte, Pfosten und Poßnien im Weg, gelang dem Mariendorfer SV in der 84. Minute der völlig verdiente Ausgleich im Anschluss an eine vermeidbare Ecke.

Die restlichen Spielminuten versuchten die Stralauer zumindest den einen Punkt in der Fremde zu entführen, was ihnen durch den überaus pünktlichen Abpfiff des umsichtigen Spielleiters Schneider auch gelang.

Für das kommende Heimspiel am 12.04.2015 gegen Tabellenschlusslicht Concordia Britz sollte neben den abgerufenen Tugenden Einsatz und Wille auch wieder die spielerische Leichtigkeit in das Stralauer Spiel zurückkehren, die das Team gegen Wittenau auszeichnen konnte. Nichtsdestotrotz sollte der Punktgewinn nicht über das mitunter glückliche Zustandekommen hinwegtäuschen.

 

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