DREI MAL LATTE!

Das ist trotz Friedrichshain keine Bestellung im Szenecafe, sondern nur ein Teil der liegengelassenen Chancen des Berolina Stralau auf dem Weg zum 4:2-Heimsieges gegen Galatasaray Spandau.

von Gernot Schwind

So 19.04.15 – 14:00
Berlin Sportplatz Lasker Str.
25. Spieltag – 1./2. Herren Landesliga St.1
Zuschauer_In: 50

FSV Berolina Stralau – 1.FC Galatasaray Spandau 4:2

Bei einer schwankenden Zuschauerzahl von 10 (Stralau-Hartgesottene mit dem Slogan „Berolina wir sind dir erlegen, nicht bei Gewitter aber zumindest bei Regen) bis 50 (Schönwetter-) Fans und einem Hund kam Stralau durch Beer (19.) in Führung. In dem anschließend zerfahrenen aber fairen Match spielte, zumindest in der ersten Halbzeit, Stralau wie Säure und Gala wie Base. Oder andersrum. Zumindest Neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend im Mittelfeld. Folge dessen kam es zur Ermangelung von richtigen Strafraumszenen, auch weil viele Pässe genauso wenig ankamen, wie die Deutsche Bahn an Streiktagen. bis zur 45. Doch was war geschehen? bild1_spielberichtVon einer krassen Fehlentscheidung zu sprechen wäre zu viel, aber hinsichtlich der widersprüchlichen Flugroute des ledernen Spielgerätes nach Klärung durch C. Weber zur Bewertung der Situation als Foul, ergo Foulelfmeter, war dies doch die einzige streitbare Entscheidung des Schiris. Elfer. Yazici verwandelt. Souverän, wie die sonstige Leistung des Schiris, der ansonsten die Ruhe eines Reinold Beckmanns besaß. Mit diesem ärgerlichen Ausgleich ging es dann in die Kabine. Aus Sicht unserer Stralauer war das bitter, genauso bitter wie der Halbzeitkaffee, der den Status „frisch“ 3 Stunden vorher verlor, bitter genauso wie die Geschehnisse zu Beginn der zweiten Halbzeit.

Durch die Falschausführung der Regel 15 – „Einwurf“ durch Stralaus‘ Kimpinsky ergab sich die Möglichkeit für Galatasaray nah am benetzten Rechteck des Gegners Berührungspunkte zwischen Ball und Maschen zu schaffen und so kam es, dass Hoylugil in der 49. den scharf geworfen Einwurf aus kurzer Distanz versenkte!
Regen. Immer wieder. Regen. Immer wieder regen sie sich auf. Sollten doch 3 Punkte gegen den Tabellenletzten aus Spandau her. Stralau drehte dann aber ab der 50. auf. Jubel, ach nein, das war der Lärm vom Club nebenan, der erst gegen Sonntagmittag richtig aufdrehte. Friedrichshain eben. Dennoch war die Geräuschkulisse der Fans präsenter als die szenenübergreifenden Lattentreffer von Beer und Pütz knapp das Ziel verfehlte. Sicherlich war C. Webers‘ selbiger Lattentreffer ebenfalls ein Indiz dafür, dass die Leistungskurve der in schwarz spielende Heimmannschaft deutlichst nach oben zeigte und die Gäste aus Spandau immer mehr in die Defensive gedrückte.
So kam Stralau weiterhin zu Riesenchancen. In bester Fifa Playstation-Manier, wurden zwei herrlich herausgespielte Reingaben kreiert, welche dann aber weder von H. Lüsch noch von Beer verwertet wurden. Fast so als ob die L1-Taste am Controller klemmen würde kamen beide zu spät. In der 69. Minute gelang dann aber durch Pütz der verdiente Ausgleich. Durch die taktische Finesse des Trainers – also des Richtigen – welcher 2 Minuten nach dem Ausgleich das Auswechselkontingent zwar erschöpfte aber unter dem frischen Personal in Leskien den Schützen zum 3:2 fand, überwand Stralau die holprig wirkende Auffahrt zur Siegerstraße.
Währenddessen forderte noch ein falscher Trainer (Fan) die Stralauer Spieler auf Kaplan, seines Zeichens Gala-Torwart, beim Ball holen und beim Abstoß zu stören! Nunja…
Auch das 4:2 in der 88. durch Wenzel war dann wunderschön über links herausgespielt und verdient sich zu Recht das Prädikat „goldig“ von einer der Beobachterin.

bild2_spielberichtAm Ende wurde es ein verdienter Sieg gegen eine Gastmannschaft, die punktuell durch Standards erfolgreich werden konnte. Für Stralau bedeutet dieser Sieg der zweite Sieg in Folge in der Rückrunde und hinterlässt sowohl beim Autor eine Stimmung, die es seit genauso langem nicht mehr gab, wie jenes neues Torverhältnis. Positiv!

Mit Rückenwind im Gesicht geht es dann am kommenden Wochenende vor heimischer Kulisse gegen die vom ehemaligen Ingolstadt-Profi „Zecke“ Neuendorf trainierten Spitzenreiter Preußen.

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