„Na siehste!“ und die rote Karte

Laskersportplatz, 1. März 2015: Trotz einiger urlaubsbedingter Ausfälle (M. Weber, Wohlfahrt, Niemann, Müller) bei den Rot-Weißen sollte es mal wieder ein Fußballfest zu bewundern geben. Es wurde ein Fest, jedoch keines für Bero-Anhänger. Reguläre und aberkannte Tore, Karten und Feldverweise, Beleidigungen, Fehlentscheidungen alles zur Genüge vorhanden, wobei dies durch den Schiedsrichter Hans-Peter (Namen durch die Redaktion geändert) recht einseitig zu Gunsten der Gäste vergeben wurde. Aber der Reihe nach.

Coach Schneider konnte auf die wiedergenesen Innenverteidiger C. Weber und Pütz zurückgreifen und ließ Kimpinsky und Beer auf den Außen verteidigen. Zudem rückte Friedrich als Stoßstürmer wieder in die Startelf. Leskien, Wenzel und H. Lüsch bildeten das offensive Mittelfeld, welches von P. Lüsch und Schindler defensiv komplettiert wurde. Noch in der Kabine gab Schneider seinen Männern mit auf den Weg, das Schiedsrichter Hans-Peter teils sehr merkwürdige Entscheidungen traf und sie sich nicht auf Diskussionen mit ihm einlassen sollten.

Stralau begann unkonzentriert, stand defensiv zu weit vom Gegner und hatte keinen Zugriff auf das Spielgerät. Türkiyemspor hingegen ließ den Ball immer wieder über mehrere Stationen laufen und erarbeitete sich daraus einige Schussmöglichkeiten, die aber keine allzu große Gefahr für das Tor von Poßnien darstellten. Nach einem Eckball stand dann Außenstürmer Koca frei am zweiten Pfosten und brachte die Gäste in Führung. Stralau reagierte und ging bissiger in die Zweikämpfe, arbeitete mehr und kam in der 1.7 Spielminute zum Ausgleich. Eine Kopfballverlängerung von Friedrich drückte Leskien irgendwie am Torhüter und Verteidiger vorbei über die Linie. Während des Stralauer Jubels ertönte ein lauter Pfiff und Schiedsrichter Hans-Peter eilte zu P. Lüsch mit den Worten: „Du holst dir jetzt die rote Karte ab!“

Was war geschehen? Hans-Peter hatte seines Auffassens nach und rund 15 Meter entfernt stehend eine Beleidigung vom Stralauer Spieler gehört und fühlte sich durch 2 Gästespieler sogleich „bestätigt“. Diese hatte ebenfalls die Beleidigung gehört. Der Stralauer hatte jedoch „Na siehste!“ gerufen, vermutlich zum Torschützen, da dieser endlich mal wieder ein Tor erzielt hatte. Trotz heftigen Einspruchs der Stralauer blieb es beim Platzverweis. Bezeichnenderweise erhielt ein Gästespieler kurz zuvor nur eine Ermahnung, nachdem er eine Beleidigung ausgesprochen hatte.

Zu zehnt brachte Bero die restlichen 30 Minuten der ersten Hälfte noch defensiver stehend ohne weiteres Gegentor, aber auch ohne weiteren Torschuss über die Zeit. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spiel: Bero störte, Türkiyemspor spielte, gleichfalls ohne immense Gefahr zum Tor. In der 60. Spielminute war es dann geschehen, die Gäste führten mit 2:1. Nach gutem Pass im Zentrum vollendete Aygündüz trocken zum Führungstreffer. Bero gab nicht auf und kam auch in Unterzahl zu Torchancen und erzielte sogar den 2:2 Ausgleichstreffer. Nur wurde dieser nach sehr langem Zögerns seitens des Assistenten fälschlicherweise nicht anerkannt. Er hatte nach etwa 5 Sekunden eine nicht vorhandene Abseitssituation von H. Lüsch erkannt, als dieser nach einem tollen Steilpass in die Tiefe geschickt wurde und Wenzel vorzüglich bediente. (Bereits in der ersten Hälfte hatte genannter Assistent ein wohl regelkonformes Tor der Gäste ebenfalls aberkannt.)

Wenig später empfand Hans-Peter die lauten Rufe von Coach Schneider als störend und verwies bezeichnenderweise auch ihn des Innenraumes. Spielfluss kam auf beiden Seiten kaum noch auf, es gab immer wieder Fouls und Standardsituationen. Beer freistehend, Pütz‘ auf der Linie geklärter Kopfball und Wenzel per Kopf konnten leider daraus kein Kapital schlagen. In der 80. Spielminute fiel dann die Entscheidung, als Bayram mit viel Glück einen Fehler von Pütz ausnutzte. Dass kurz vor Spielschluss Pütz nach Foulspiel ebenfalls mit „Rot“ vom Platz flog, „vollendete“ diesen Spieltag für die Stralauer. Mit dem Abpfiff sprintete Hans-Peter praktisch in die Umkleidekabinen, vielleicht in der Angst, dass ihn seine gezeigte Leistung heimsuchen würde.

Alles in allem war es ein gebrauchter Tag für Bero. Die Mannschaft konnte nicht das gewohnte Potenzial abrufen und dazu kam eine Schiedsrichterleistung für die man keine Worte findet. Nur, dass man selbst dem ärgsten Konkurrenten so etwas nicht wünscht. Bleibt zu hoffen, dass kommende Woche die Antwort auf diese Niederlage bei Stern Marienfelde gezeigt wird.

Berolina Stralau – Türkiyemspor 1:3 (1:1)
Aufstellung
: Poßnien – Kimpinsky, Pütz, C. Weber, Beer – Schindler, P. Lüsch – Leskien (Jonach, 64′), Wenzel, H. Lüsch – Friedrich
Tore: 0:1 Koca (11′), 1:1 Leskien (17′), 1:2 Aygündüz (60′), 1:3 Bayram (80′)
Besondere Vorkommnisse: rote Karten P. Lüsch (17′) und Pütz (86′), Feldverweis von Coach Schneider

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.