Stralau nächstes Jahr nicht im DFB Pokal

An diesem Wochenende startete der Berliner Pilsner Pokal in seine erste Runde.Stralau erwischte dabei ein Los, das es in sich hatte. Man gastierte beim BFC Dynamo aus der Regionalliga. Die Chancen standen für den Landesligisten aus Friedrichshain also weniger gut, auch weil beim BFC in den letzten Regionalligapartien alles andere als zufriedenstellende Ergebnisse zustande kamen und man gegen die Heimischen Selbstvertrauen tanken wollte. Stralau startete mit einer defensiven Taktik. P. Lüsch wurde als 3. Innenverteidiger zwischen den Etatmäßigen Weber und Pütz aufgestellt. Letzterer ersetzte den in den Scoutingurlaub gereisten Wohlfahrt als Kapitän. Auf den Außenbahnen der 5er-Kette sollten Turtschan und Beer defensive Stabilität und offensive Laufbereitschaft zeigen. Das Zentrum wurde mit Schindler und Weber sowie dem davor spielenden Niemann wie schon in den letzten beiden Spielen besetzt. Die beiden halben Stürmerpositionen wurden an Wenzel und Leskien vergeben. BFC ließ trotz großen Klassenunterschied ihre Stammspieler auflaufen, um das Ziel DFB-Pokal mit voller Kraft anzugehen.

Das Spiel gestaltete sich wie erwartet fast ausschließlich in der Hälfte der Stralauer. Die Spieler von Dynamo betonten untereinander immer wieder, den einfachen Ball spielen zu wollen und somit das Risiko für Konter gering zu halten. Viel Ballbesitz und einige Flanken in den Sechzehner der Stralauer aus dem Halbfeld waren das Ergebnis der defensiven Taktik. Die meisten Abschlüsse landeten jedoch zu harmlos bei dem an diesem Tag sehr gut aufgelegten Possnien. Unglücklich entstand dann allerdings die Führung für den BFC: Nach einer misslungenen Klärungsaktion von Pütz auf der linken Außenbahn samt anschließender Flanke, fand ein eigentlich harmloser, abgefälschter Schuss aus 17 Metern den Weg ins Stralauer Tor. Beim zweiten Gegentor sah die Bero Defensive das erste Mal nicht ganz so gut aus, als sich Preiß und Shala per „Tak-tak-puff“ durch den Strafraum kombinierten und somit den Vorsprung auf zwei Tore ausbauten. Trotz des großen Klassenunterschiedes gelang es Bero nach vorn die vor dem Spiel geforderten Nadelstiche zu setzen. Nach einer Ecke kam der Ball zu Beer der diesen aber bei beiden Versuchen nicht richtig traf. Der geklärte Ball landete vor Niemanns Füßen, doch der gute Schuss wurde abermals von einem Spieler erfolgreich geblockt. Im weiteren Verlauf setzte sich M. Weber auf der Seite durch, leitete zu Niemann weiter, der mit einem Stangerlpass Wenzel auf die Reise schickte, ohne die nötige Fortüne beim letzten Zuspiel. Einen weiten Flankenwechsel von Leskien konnte ebenfalls Wenzel nicht zu seinen Gunsten kontrollieren. Die beste Chance des Spiels für die Jungs von Stralau hatte jedoch Leskien. Niemann eröffnete das Spiel gekonnt zu Beer. Weber bekam den Ball, spielte einen langen Diagonalball ins Zentrum, wo Wenzel gekonnt auf den hinter sich postierten Leskien verlängerte. Dieser nahm den Ball an und zog wuchtig ab, doch der Keeper hielt gut und vereitelte diesen Hochkaräter.

Auf den ordentlichen ersten 45 Minuten aufbauend, gab die Halbzeitansprache von Headcoach Schneider eine ähnliche Marschroute für die zweite Halbzeit vor. Gerade in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff sollten Gegentreffer vermieden werden. Entgegen dieser Maxime fand Preiß bereits in Minute 48 eine Lücke zwischen den Innenverteidigern und schloss kühl und überlegt zum 3:0 ab. Wer jetzt mit Stralauer Auflösungserscheinungen rechnete, wurde jedoch enttäuscht. Selbst die Auswechslung des gelb-rotgefährdeten Pütz (59.) änderte daran wenig. Die Gegentore vier bis sechs fielen nach individuellen Unzulänglichkeiten und angesichts nachlassender Kräfte, aber nicht aufgrund fehlenden Engagements. Im weiteren Verlauf wurden nach Kimpinsky (59. für Pütz), auch H. Lüsch (62. für Leskien) und Lehmann (72. für Schindler) eingesetzt. Im eigenen Abschluss bleiben die Stralauer bis zum Ende ohne das nötige Quäntchen Glück: Nach früher Balleroberung von Niemann gegen Brunnemann und dem überlegten Querpass konnte wiederholt Wenzel nicht den Ehrentreffer erzielen, zielte knapp einen halben Meter neben den linken Pfosten. Gut zehn Minuten vor Ende der Partie brach sich Turtschan in einem unglücklichen Zusammenprall mit Stoßstürmer (pun intended) das Nasenbein, spielte jedoch in heroischer Manier die Partie aufgrund des ausgeschöpften Wechselkontingents gar noch zu Ende.

Großartig war die Unterstützung von den Rängen. Insgesamt fanden 346 zahlende Zuschauer den Weg ins Stadion. Davon waren rund 80-100 Stralauer, gefühlt jedoch eher 500. 90 Minuten Unterstützung in der Art und Weise waren einmalig für die Spieler, sorgten für noch mehr Motivation und machten den ein oder anderen Meter etwas leichter. Besonders die Stimmung nach dem Spiel war trotz des hohen Ergebnisses einzigartig und mit Nico „das Organ“ Wohlfahrt Stralau einen ausdauernden und mitreißenden Kapellmeister in das Sportforum gebracht. Die ersten Herren bedanken sich bei den vielen mitgereisten Fans und werden dieses Spiel sicher nicht so schnell vergessen.

Fazit: Man hat die vom Trainer vorgegebene Taktik gut angenommen und umgesetzt, die kleinen Nadelstiche setzen können und hätte nicht zu Unrecht ein Tor schießen können. Eine zufriedenstellende Leistung, auf der man aufbauen kann und aus der man vor allem eine Menge für den anstehenden Ligaalltag mitnehmen kann. Auch BFC-Trainer Uluc war angetan von den Stralauern, die sich in seinen Augen über Wert verkauften.

Video zum Spiel: klick hier!

BFC Dynamo – Berolina Stralau 6 : 0 (2 : 0)

Aufstellung: Possnien – Beer, C. Weber, P. Lüsch, Pütz (59. Kimpinsky), Turtschan – Weber, Schindler (72. P. Lehmann) – Niemann – Leskien (62. H. Lüsch), Wenzel

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