Sensationelles Comeback: Berolina dreht ein 0:3 in Frohnau

Poloplatz, Schönfließer Straße, 6. Oktober 2013 – In einer turbulenten und ungemein spannenden, wenn auch nicht hochklassigen Partie besiegen die Stralauer den Landesligaabsteiger aus Frohnau. Die Heimischen Rot-Weißen verwandeln dabei einen 3:0 Rückstand in der letzten Halben Stunde in ein 3:4 Auswärtssieg. Vor dem für Berolina spielfreien Pokalwochenende verbleiben die Stralauer auf Tabellenrang 7.

Am Sonntagnachmittag haben sich in Berlin-Frohnau zwar nur die beiden Tabellennachbarn auf 7 und 8 getroffen, tatsächlich ist ein aber feines Fußballspiel herausgekommen. Es lebte davon, dass beide Mannschaften willens waren, nach vorne zu spielen, dass beide unbedingt gewinnen wollten. Gewonnen hat am Ende nur eine. Die aus Friedrichshain.

Kimpinsky ausgeknockt und ein Pausenrückstand
Die Gastgeber, schwach in die Saison gestartet und hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, hatten mehr Ballbesitz und versuchten das Spiel zu machen. Das gelang ihnen relativ gut, freilich weit entfernt von kreativer Genialität.
Die Stralauer, mit einer Änderung in der Startelf im Vergleich zur Vorwoche (Wenzel für Schindler), bekamen kaum Zugriff auf Ball und Gegner, vor allem in der Mittelfeldzentrale, hätten aber dennoch in Führung gehen müssen: Friedrich trifft mit einem Heber nur den Querbalken.

das 1:0

das 0:1 … © a.l.

Das taten schließlich die gastgebenden Frohnauer: Einen Freistoß-Cross aus dem Halbfeld berechnet Keeper Poßnien unzureichend, taumelt ins Leere und Skupin scherzelt per Kopf zur 1:0 Führung ab (26′).

Den vermeintlichen Ausgleichstreffer durch den Stralauer Goalgetter Wenzel pfiff Schiedsrichter Sax, der mit seiner grotesk egozentrischen Art der Spielführung beiden Mannschaften Alles und noch Mehr abverlangte, wegen Abseitsstellung ab. Im Gegenzug traf Nowack den linken Außenpfosten am Stralauer Gehäuse.

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Kimpinsky wird gut umsorgt … © a.l.

Quasi mit dem Pausenpfiff jubelten die Frohnauer über das vermeintliche 2:0. Doch der dem Treffer vorangegangene, MMA-like Ellenbogencheck von Karim-Zadeh-Bardei an Kimpinsky blieb Schiedsrichter Sax nicht verborgen, endete für den Stralauer mit seiner Auswechslung (43′, dafür Wallner) und einem Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Die Ereignisse überschlagen sich oder: Fußball, wie er leibt und lebt
Mit Bischof (46′, für Strömel) besetzte Headcoach Schneider die rechte Stralauer Außenbahn nach der Pause neu. Das Vorhaben, dadurch offensiv neue Akzente zu setzen, ging für die Stralauer aber vorerst nach hinten los:

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Stralau mit Problemen in Halbzeit 2 … © a.l.

Kunzel zirkelt, nun doch in einem kurzen Anflug von Genialität, eine direkten Freistoß aus gut 22 Metern über die Mauer und in die Maschen (52′). Poßnien bleibt dieses mal schuldlos, weil chancenlos.

4 Minuten später steht es plötzlich 3:0, als Skupin das Leder aus spitzem Winkel und sträflich freistehend mit seinem zweiten Treffer im Kasten der Stralauer versenkt (56′).
Und das Spiel schien gelaufen. Dachten sich wohl auch die Frohnauer. Fälschlicherweise wie sich zeigen sollte.

das 3:2

Niemann verkürzt … © a.l.

Denn die Stralauer, an der Ehre oder sonst wo gepackt, begannen plötzlich groß auf zu spielen, die entscheidenden Zweikämpfe zu gewinnen und die Gastgeber in deren Hälfte einzuschnüren.

Und mit dem Friedrich-Anschlusstreffer (63′, Schuss vom 16er, haltbar) kam der Glaube an die eigenen Stärken vollends zurück: Weber bedient Niemann per Lupfer sensationell und der Stralauer Spielgestalter verkürzt aus spitzem Winkeln zum 3:2 (70′).

das 3:3

Wohlfahrt und Turtschan gleichen aus … © a.l.

Als Kapitän Wohlfahrt eine Cross im 16er für Turtschann abtropfen lässt und selbiger aus kürzester Distanz zum 3:3 Ausgleich einschiebt (73′), wackelte der Frohnauer Defensivverbund bereits gehörig.

Nach einer etwas zweifelhaften gelb/roten Karte für den Frohnauer Stürmer Beyer (82′), stellten die Gastgeber schließlich das Fußballspielen vollends ein und versuchten sich und das Ergebnis nur mehr über die Zeit zu retten.

das 3:4

Der Wenzel hat wieder zugeschlagen … © a.l.

Doch dann kam Wenzel:
Bischoff zieht einen Freistoß-Cross aufs lange Fünfer-Eck und der Stralauer Goalgetter vom Dienst wuchtet die Kugel per Kopf zum viel umjubelten 3:4 Siegtreffer in die Maschen (90’+3′).

 

 

Frohnauer SC – FSV Berolina Stralau 3:4 (1:0) Poloplatz, SR Sax

jubel nach dem 3:4

Und es wird gejubelt … © a.l.

Tore: 1:0 Skupin (26′), 2:0 Kunzel (52′), 3:0 Skupin (56′), 3:1 Friedrich (63′), 3:2 Niemann (70′), 3:3 Turtschan (73′), Wenzel (90’+3′)

Aufstellung: Poßnien – Strömel (46′ Bischof), Buchberger (54′ Schindler), Pütz, Turtschan – Weber, Niemann, Kimpinsky (43′ Wallner) – Wenzel, Friedrich, Wohlfahrt

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