6 Minuten fehlten Berolina. Knappes Pokal-Aus bei Hertha 06.

Brahestraße, 8. September 2013 – Berolina bringt den CFC Hertha 06 zur Verzweiflung und an den Rand einer Niederlage. Doch die abgebrühten Gastgeber drehen in den letzten 6 Minuten einen Rückstand und besiegen die Heimischen Rot-Weißen glücklich mit 2:1 (0:0).

Gegen den klassenhöheren und nicht ganz unbekannten CFC Hertha 06 schickte Headcoach Schneider seine Mannen im klassischen 3-5-2 auf den Kunstrasen an der Brahestraße – mit dem Hintergedanken durch personelle Überzahl in der Zentrale und damit einhergehender Raumverknappung die Angriffsbemühungen des spielstarken Landesligisten auf die Außenbahnen ab zu drängen.

Defensiv stabil, Offensiv harmlos
Doch Berolina fanden nicht gut in die Partie. Viele Zweikämpfe, Hertha 06 presste, in den ersten zehn Minuten hatten die Friedrichshainer vor allem Ballverluste und Fehlpässe zu bieten.
In der Folge stabilisierten sich die Heimischen Rot-Weißen, was freilich der Dominanz in puncto Ballbesitz der Gastgebern keinen Abbruch tat. Hertha 06 zelebrierte ein munter-flottes, kollektives Wuchtelschieben, in dem einzig Linksverteidiger Karatas durch punktuelle Verschlafenheit negativ auffiel.

Die Gastgeber waren aber auch von jeglicher Genialität befreit. Es reichte maximal zu Halbchancen. Hertha 06 Goalgetter El-Moghrabi hielt sich auch vornehm zurück, vermutlich ungewollt. Beer, im Abschiedsspiel für seine Farben, kontrollierte und beschränkte ihn ausgezeichnet.

Der große Druck, den Hertha 06 phasenweise entwickelte, zwang Berolina zu einer Kurzatmigkeit in den Passketten, im Umschaltspiel blieb sie ungefährlich.
So passierte in Halbzeit 1 nichts, was ein Tor bedingen hätte können.

Bero mit extremer Frustrationstoleranz, bis kurz vor Schluss
Nach dem Seitenwechsel änderte sich vorerst wenig. Trotz beiderseitigem Bemühen.
Hertha 06 weiterhin mit Ballstafetten wie in einem Trainingsspiel, rücksichtslosem Nachsetzen bei den wenigen Ballverlusten und rotierender Beweglichkeit – abgesehen vom überwiegend stationär agierenden Kucak – im Angriffsdrittel. Die Kombinationen versandeten jedoch in der konsequent gestaffelten und mit kettenhundartiger Rigidität zu Werke gehenden Berolina Defensive, aller spätestens am 16er.

Und so kam es, dass es Berolina im Laufe der zweiten Hälfte gelang, eine sinnvolle reaktive Dynamik zu kreieren. Mit präzisen flachen Pässen in die Spitze wurde die eine oder andere Lücke in die gegnerische Defensive gerissen: Nach einem Einwurf legt Wenzel per Kopf für Niemann ab, der Schindler durch die Nahtstelle der hochstehenden Hertha 06 Innenverteidigung steil schickt. Und der polivalente Stralauer 6er verwertet die erste Chance der Gäste im Spiel mit einem Schlenzer überaus abgebrüht (60′).

In der Folge versuchte der Gastgeber die Schlagzahl nochmals zu erhöhen. Ihr Ballbesitzanteil wuchs ins unermessliche – bedingt auch durch die Untugend des Ball-nach-vorn-Dreschens der Stralauer und gekoppelt mit deren Unfähigkeit, im Mittelfeld zweite Bälle zu erkämpfen. Zählbares sprang dabei freilich nicht heraus.
Bis zur 84. Minute und einem Foulvergehen am Stralauer 16er. Kucak, ansonsten ein heißer Kandidat beim Bierdeckel-Award in der Kategorie Bewegungsradius, versenkt das Leder aus gut 18 Metern im Kasten von Keeper Possnien zum 1:1 Ausgleich (84′).
Und für die Stralauer kam es noch dicker. Schiedsrichter Richter bestraft das Zuspätkommen Wallners gegen Baranowski mit Strafstoß. El-Moghrabi lässt sich vom Elfmeterpunkt rollenden Ball ebenso wenig irritieren, wie die Männer in Schwarz und knallt die Kugel zum 2:1 Siegtreffer in die Maschen (88′).

Was bleibt?
Meine Jungs haben gegen einen hoch einzuschätzenden Gegner eine gute Leistung gezeigt. Moral und Wille passten zu einhundert Prozent.“ war Bero Coach Schneider trotz der knappen Niederlage beim Landesligisten durchaus zufrieden mit der Darbietung seiner Elf. „Natürlich wären wir gerne eine Runde weitergekommen, klar. Wir waren nah dran. Doch nun müssen wir uns auf den Ligaalltag konzentrieren. Da haben wir noch was gut zu machen.“ Und mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich am nächsten Pokalwochenende auch auf ein Freundschaftsspiel freue.“

CFC Hertha 06 – FSV Berolina Stralau 2:1 (0:0) Brahestraße, SR Richter
Tore: 0:1 Schindler (60′), 1:1 Kucak (84′, direkter Freistoß), 2:1 El-Moghrabi (88′, FE)

Possnien – Kimpinsky, Pütz [C], Beer – Turtschan, Schindler, Niemann, Wallner, Strömel (73′ Philipps) – Ott (81′ Lehmann), Wenzel (70′ Wohlfahrt)

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