Herbstmeisterbesieger. Winterkönigbezwinger.

Persiusstraße, 2. Dezember 2012 – Der FSV Berolina Stralau fügte am vergangenen Sonntag in der 15. Runde dem unangefochtenen Tabellenführer aus Staaken die erst 2te Saisonniederlage zu. Die Stralauer setzten mit einem 3:1 (3:1) Heimsieg ihren Lauf von nun bereits acht Meisterschaftsspielen ohne Niederlage  fort.
Zum Rückrundenauftakt empfangen die heimischen Rot-Weißen am kommenden Wochenende die 2te des SV Empor Berlin.

Nahezu grotesk ersatzgeschwächt war der Tabellenführer und vorzeitige Herbst- bzw. Wintermeister Staaken II an die Persiusstraße nach Friedrichshain gereist. Laut Aussage von Gästecoach Kujath, in Berliner Fußballfachkreisen als Tiefstapler bekannt, standen ihm 12 bzw. unbestätigten Aussagen zu Folge 15 Spieler nicht zur Verfügung. Dennoch musste er im Vergleich zum vorwöchigen 6:1 Kantersieg gegen den Lichtenradener BC nur 2 Änderungen in seiner Startaufstellung vornehmen. Ein Hoch auf den, der einen solch breiten Kader sein eigen nennen kann.
Demgegenüber musste Headcoach Fineske lächerliche 3 Spieler vorgeben. Neben Routinier Bischof standen ihm nur ‚Mo‘ Müller und ‚Turnschuh‘ Turtschann nicht zur Verfügung.

Gespielt wurde unter der Leitung von Frau Schiedsrichterin Fiedler-Babin freilich trotzdem klassisch 11 gegen 11.
Die Gäste aus Spandau agierten dabei in eigenem Ballbesitz in einem 4-3-3, bei Ballverlust verwandelte sich diese Formation in ein 4-5-1.

‚Ösi‘ Wallner … der defensivere 6er … © s.p.

Demgegenüber stellte Headcoach Fineske seine Mannschaft nicht im zuletzt äußerst erfolgreich praktizierten flexiblen 3-2-4-1 auf, sondern ließ das gewohnte, etwas asymetrische, 3-5-2 spielen. Asymetrisch deshalb, weil Schindler, anstelle von Bischof auf der rechten Außenbahn, seine Rolle deutlich defensiver interpretierte als sein invers-flügelstürmendes Gegenüber Wohlfahrt. Folglich bewegte sich auch der halbrechte Stralauer Sechser Weber, im Gegensatz zu seinem halblinken Pendant Wallner, eher vertikal als horizontal. Neu in der Startelf der Stralauer zudem der wieder genesene Beer anstelle von ‚Roberto‘ Kimpinsky. Als 2ter Stürmer agierte neben ‚Ballkrake‘ Friedrich der quirlige G. Müller, die in der Arbeit gegen den Ball das Staakener Aufbauspiel durch die Mittelfeldzentrale über den 6er Falkenberg durch intelligentes Zustellen der Passwege frühzeitig unterbanden.

Halbzeit 1 – Eiskalte Stralauer

Die Gäste aus Staaken begannen zwar forsch (‚Rocky‘ Tyroke blockt einen Lenzen-Schuss in höchster Not, 1′), liefen aber auch prompt in das erste Gegentor: Eine Schindler-Flanke lässt G. Müller für Kapitän Wohlfahrt abtropfen und der Stralauer Torjäger der Stunde schiebt überlegt mit seinem bereits 8ten Saisontreffer zur frühen 1:0 Führung ein (6′).
Eine Unachtsamkeit im Spielaufbau der Stralauer nützte der Tabellenführer aus Staaken aber zum postwendenden Ausgleich: Nach einem Pressball hämmert Lenzen, Juan Arango-like, die Kugel sensationell mit dem rechten Außenrist aus halblinker Position von außerhalb des Strafraums unhaltbar in den Stralauer Kasten (8′).

Kapitän Wohlfahrt … kaum Grund zum Ärgern … © s.p.

Wie schon beim letztwöchigen 0:3 Auswärtssieg bei den Störchen des BSV überließen die Stralauer in der Folge den Gästen die Spielgestaltung, lauerten auf Konter und setzten diese mit zum Teil mit frühem Pressing unter Druck: Einem fast schon verloren geglaubten Ball setzt ‚Ballkrake‘ Friedrich in seiner unnachahmlichen Art entscheidend nach, wird von den Staakener Innenverteidigern gesandwicht und zu Boden gebracht.  Schiedsrichterin Fiedler-Babin blieb nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Kapitän Wohlfahrt, auch aus 11 Metern treffsicher, verlädt Gästekeeper Heiss und schiebt zur 2:1 Führung ein (32′).
Kurz vor dem Seitenwechsel erhöhten die Stralauer mit dem wohl schönsten Angriff des Spiels schließlich sogar noch auf 3:1. ‚Air‘ Pütz eröffnet das Stralauer Aufbauspiel vertikal auf G. Müller, der an der Mittellinie für Wohlfahrt abtropfen lässt. Und Friedrich, vom Kapitän der Heimischen per Lochpass durch die 4er-Kettennahtstelle optimal bedient, schiebt abgeklärt am herausstürzenden Heiss vorbei zur 2 Tore Führung der Stralauer ein (41′, 4. Saisontreffer).

‚Ballkrake‘ Friedrich … nicht zu halten … © s.p.

Im Gegensatz zu den Stralauern, die mit einem Wohlfahrt-Lattenschlenzer Pech hatten, konnten die favorisierten Gäste nach dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer, offensiv in Halbzeit 1 nicht mehr aufzeigen.

Halbzeit 2 – Das Aluminium, Stralauer Freund und Helfer

Nach einer sicherlich deftigen Halbzeitansprache ihres Trainers, mit gehörig Wut im Bauch und einer neuen Offensivkraft (46′, Damm für Wobst) drängten die Staakener Gäste in Halbzeit 2 auf den Ausgleich.
In einem etwas hektischer werdenden und hart umkämpften, aber keineswegs unfairen, Spiel dominierten die Gäste nun deutlich, fanden aber kaum spielerische Lösungen gegen die von ‚Air‘ Pütz und ‚Ösi‘ Wallner gut organisierte Defensivformation der Stralauer und dennoch häufiger den Abschluss als noch in Halbzeit 1. Wenn auch ohne Fortune: Ein abgefälschter Schuss, der auf die Querlatte tickte, sowie ein Falkenberg-Kopfball an den Pfosten blieben lange Zeit ihre einzige Ausbeute.

Topscorer Wenzel … nach seiner Einwechslung mit guten Offensivakzenten … © s.p.

Offensiv waren die Stralauer im Vergleich zur letztwöchigen 2ten Halbzeit beim BSV präsenter und nützten die sich ihnen mit Fortdauer der Partie bietenden Räume durch schnelles Umkehrspiel gut. Einzig im Abschluss blieb ihnen ein weiterer Torerfolg und die damit vorzeitige Entscheidung verwehrt: Bei Schüssen von ‚Doppelpack‘ Wohlfahrt, Spielgestalter Niemann und dem eingewechselten ‚Roberto‘ Kimpinsky (76′, für Schindler) und einem Schindler-Kopfball fehlte es an Konzentration oder Präzision.

Als in der Schlussphase der Staakener Trautmann schließlich noch einen Strafstoß, nach Tyroke-Foulvergehen, an die Querlatte donnerte (82′), war klar, dass für die Gäste an diesem Sonntag am Lasker keine Punkte mehr zu holen waren.

Fazit

Die Stralauer … in Rot-Weiß-Rot unbesiegbar … © s.p.

In einem bis zuletzt dramatischen, wenn auch nicht hochklassigen Spiel, setzte sich mit den Stralauern die zweikampfstärkere und vor dem Tor abgebrühtere Mannschaft durch. Die Heimsichen Rot-Weißen machten nach der Pause das Spiel unnötig spannend, da sie die in Halbzeit 1 gezeigte Coolness vor dem gegnerischen Tor vermissen ließen.
Unter dem Strich bleibt, trotz etwas Glück mit dem Aluminium, das den Stralauern zu Saisonbeginn nicht immer hold war, ein starker und verdienter Sieg für die Gastgeber.

Vorschau

Zum Rückrundenauftakt am kommenden Wochenende empfangen die nun bereits seit 8 Spielen unbesiegten Stralauer den Tabellen 5ten, die 2te des SV Empor Berlin, am heimischen Lasker. Im Hinspiel mussten sich die Rot-Weißen mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft sang und klanglos mit 3:0 (2:0) geschlagen geben.
Mit einem weiteren Sieg können sich die Stralauer endgültig im oberen Tabellendrittel festsetzen und sich auf Lauerstellung zu den Aufstiegsplätzen zu legen.

Der Weihnachtsmann … auch ein Stralauer … © s.p.

 

 

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P. A. Reck – J. Pütz – M. Tyroke, C. Beer – A. Wohlfahrt [C] (90′, T. Strömel), M. Wallner, G. Niemann, M. Weber, E. Schindler (76′, R. Kimpinsky) – O. Friedrich, G. Müller (58′, St. Wenzel)

 

 

Nächste Spiele:
Bezirksliga 16. Spieltag
FSV Berolina Stralau – SV Empor Berlin II
Sonntag, 9. Dezember 2012, 14:00 Uhr
Laskersportplatz, Persiusstraße 7B, 10245 Berlin

Bezirksliga 17. Spieltag
BFC Tur Abdin – FSV Berolina Stralau
Sonntag, 16. Dezember 2012, 14:00 Uhr
Lüderitzstraße 31,10245 Berlin

Komm hin und sei dabei, denn: Wir sind Stralau! 

 

erratum:
Auch wenn der Stralauer Kapitän Wohlfahrt momentan aus allen Lagen und mit allen erdenklichen Körperteilen trifft, wollen wir ihm nicht vorenthalten, dass er auch als Vorbereiter glänzen kann. Den Assist zum letztwöchigen, zwischenzeitlichen 0:2 beim BSV haben wir fälschlicherweise dem Stralauer 6er Weber und nicht dem Capitano zugerechnet.

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