Der FSV Berolina Stralau zipft den Berliner SV ziemlich an

Stadion Wilmersdorf, 25. November 2012 – Der Tabellendritte, der Berliner SV 1892 unterlag am Sonntag in der 14ten Runde äußerst effektiven Stralauern hoch verdient mit 0:3 (0:3) im eigenen Stadion und verpasste damit den Sprung auf Platz 2. Die Rot-Weißen, nun bereits seit Anfang Oktober ungeschlagen, empfangen zum Abschluss der Hinrunde am kommenden Wochenende den überlegenen Tabellenführer und bereits vorzeitig feststehenden Herbstmeister SC Staaken II.

Gegen das 4-4-2 seines Gegenübers J. Riedel ließ Headcoach Fineske mit seiner Mannschaft im Stadion zu Wilmersdorf ein flexibles 3-2-4-1 spielen.
Als Solostürmer, Topscorer Wenzel krankheitsbedingt vorerst nur auf der Bank, bearbeitete Friedrich defensiv die gegnerischen Innenverteidiger und gab im Stralauer Aufbauspiel Lewandowski-like den Ballableger und -sicherer und öffnete immer wieder Räume, um die Rochaden seiner Hintermänner möglichst effektiv zu machen.
Sein 6er Mittelfeld ließ Headcoach Fineske sehr fluide agieren, indem die Spieler rochierten, rotierten und sich relativ frei anordneten. Bischof auf rechts gab dabei eher die Rolle des Zockers und Flügelspielers, sein Gegenüber Kapitän Wohlfahrt fungierte als inverser Flügelstürmer.
Die beiden 6er Wallner-Turtschan kümmerten sich defensiv um den 3ten, etwas hängenden, Angreifer der Gastgeber, doppelten auf den Außen und nahmen den offensiven Mittelfeldspieler der Schmargendorfer auf. In der Zentrale erhielten sie dabei Unterstützung in der Arbeit gegen den Ball vom Duo Niemann-Weber, das offensiv mit allen Freiheiten ausgestattet war und häufig in die Räume um die einzige Stralauer Spitze Friedrich preschte.
Den Defensivverbund organisierte Libero Pütz aus klassischer Stellung, Tyroke-Kimpinsky umsorgen die BSV Angreifer.

Halbzeit 1

Mit Beginn der Partie überließen die Gäste aus Friedrichshain dem BSV die Spielgestaltung, der sich jedoch schwer tat, das durch die nominelle Stralauer Überzahl überladene Mittelfeld zu überbrücken, zumal auch die Außenbahnen durch geschicktes Doppeln zugestellt wurden. Die aus der spielerischen Not heraus geschlagenen Diagonalbälle aus der BSV Innenverteidigung waren so ein gefundenes Fressen für die Stralauer Abwehrreihe.
Der Tabellendritte kam so in Halbzeit eins kaum gefährlich vor den Kasten von Keeper Reck und erspielte sich keine wirkliche Tormöglichkeit, zumal auch seine Distanzschützen eine zu breite Streuung aufwiesen.

Neben ihrer Flexibilität und Fluidität im Umkehrspiel kombinierten die Stralauer nach Balleroberung extrem schnell und intelligent. Und erwiesen sich vor dem Tor als eiskalte Vollstrecker. Niemann setzt sich auf der rechten Außenbahn durch, flankt butterweich von der Grundlinie und Kapitän Wohlfahrt versenkt das Leder mit einem wuchtigen Flugkopfball aus 13 Metern sensationell im langen Eck zur überraschenden Führung 0:1 Führung für die Stralauer (17′; 7. Saisontor).
10 Minuten später war es neuerlich ein Angriff über den rechten Bischof-Flügel den die Stralauer mit ihrem 2ten Torerfolg abschlossen. Dieses Mal flankt Weber, Solospitze Friedrich setzt sich im Fünfer der Gastgeber durch und köpft zum 0:2 ein (28′, 3. Saisontor).
Und für den BSV kam es vor der Pause noch dicker, denn die Stralauer nützten auch ihre 3te Tormöglichkeit. Nach Ballgewinn schickt Weber den startenden Niemann durch die Nahtstelle der BSV Viererkette und dieser knallt die Kugel halbhoch per rechten Innenpfosten unhaltbar für Keeper Schulze zum 0:3 in die Maschen (37′, 4. Saisontor).

Halbzeit 2

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gastgeber, nun mit der neuen Offensivkraft Schröder für den bei Kimpinsky abgemeldeten Cioma (45′), druckvoller und drängten die Stralauer zum Teil tief in deren Hälfte. Nach wie vor wurden sie von den Rot-Weißen zu vielen Diagonalbällen aus der Viererkette gezwungen, waren allerdings auch im Kurzpassspiel durch das Mittelfeld kreativer. Dennoch versandeten die Angriffszüge der Heimmannschaft spätesten am Stralauer 16er. Mehr als ein Lattentreffer nach einem Freistoß und ein von der souveränen Schiedsrichterin Frischmuth wegen Aufstützens nicht gegebener Kopfballtreffer sprang für den BSV nicht heraus.

Die Stralauer standen defensiv zwar sicher, ließen allerdings im Umkehrspiel die in Halbzeit 1 gezeigte Konsequenz vermissen. Ihre Kontermöglichkeiten spielten sie, bedingt durch eine deutlich zu hohe Anzahl an einfachen Abspielfehlern im Spielaufbau, viel zu selten zu Ende und verpassten es, frühzeitig für die endgültige Entscheidung zu sorgen.
Erst in der Schlussphase mit neuem Offensivpersonal (Strömel für Bischof, 87′, Wenzel für Weber, 82′ und Müller für Friedrich, 87′) kamen die Stralauer mit 2 Müller-Chancen und einem Wenzel-Kopfball wieder gefährlich zum Abschluss.

Fazit

Eine starke Partie der Stralauer, die bewiesen, warum sie seit nunmehr 7 Spielen in Folge ungeschlagen sind. Sie dominierten das Spiel ohne viel Ballbesitz zu horten, standen defensiv hervorragend und nützten ihre eigenen, wenn auch wenigen, Tormöglichkeiten brutal konsequent, während sie selbst kaum welche zuließen.
Trotz schwächerer 2ter Halbzeit setzten sich die taktisch flexibleren Stralauer verdienter Maßen gegen den Tabellendritten BSV durch, spielten zum 3ten Mal zu Null und feierten ihren erst 2ten Auswärtserfolg der Saison.

Die Stralauer … im neuen Rot-Weiß-Roten Trikot nach wie vor ungeschlagen … © s.p.


Der FSV Berolina Stralau spielte mit:

P. A. Reck – J. Pütz – M. Tyroke, R. Kimpinsky – M. Wallner, M. Turtschann – A. Wohlfahrt [C], G. Niemann, M. Weber (82′, St. Wenzel), T. Bischof (79′, T. Strömel) – O. Friedrich (87′, G. Müller)

Nächste Spiele:
Bezirksliga 15. Spieltag
FSV Berolina StralauSC Staaken II
Sonntag, 2. Dezember 2012, 14:00 Uhr
Laskersportplatz, Persiusstraße 7B, 10245 Berlin

Bezirksliga 16. Spieltag
FSV Berolina Stralau – SV Empor Berlin II
Sonntag, 9. Dezember 2012, 14:00 Uhr
Laskersportplatz, Persiusstraße 7B, 10245 Berlin

 

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