Stralau scheitert in Pokalkrimi an sich selbst

Prühßstraße, 9. Septermber 2012 – Der FSV Berolina Stralau verliert den Pokalkrimi beim TSV Helgoland mit 5:4 (2:2). Die Stralauer zeigen sich im Vergleich zur Heimschlappe am letzten Sonntag verbessert, verbauen sich aber durch individuelle Unzulänglichkeiten selbst den Aufstieg in die 3te Runde des Berliner Pilsner-Pokals. 3 Joker-Tore entscheiden einen dramatisches Pokalfight zugunsten der Gastgeber.

‚Mo‘ Müller, sehr agil und mit Schnitt … © m.w.

Nach der bitteren Heimniederlage am letzten Spieltag und einigen deutlichen Worten beim Training in der vergangenen Woche baute Head-Coach Fineske seine Elf auf einigen Postionen um: Pütz neu als Libero mit Tyroke und Beer an seiner Seite, als 2ter 6er Turtschann im Duette mit Weber, ‚Mo‘ Müller in der Schaltzentrale für Niemann und im Angriff rückte der wieder genesene Friedrich an Stelle von G. Müller in die Startelf.

Mad Max, bei Berolina im Doppelpack … © m.w.

Diese Umbaumaßnahmen sollten sich auch gleich bezahlt machen, denn die Stralauer gingen gleich mit ihrem ersten Angriff in Führung: Nach einem Weber-Ballgewinn marschiert Kapitän-Wohlfahrt über Linksaußen und legt für ‚Mo‘ Müller im Rückraum ab. Dessen Schuß kann Helgoland-Keeper Hildebrandt noch abwehren, der Friedrich-Nachschuss zappelt allerdings im Netz (2′).

Nach dieser frühen Führung übernahm allerdings der Gastgeber die Spielkontrolle, auch weil die Stralauer – im Vergleich zur Vorwoche vor allem im Zentrum stabilisiert – ihr Zweikampfverhalten zu zögerlich interpretierten. Mit einem Doppelschlag – Balikli (12′), nach Weber-Turtschan Mißverständnis, und Geuenich (21′) mit einem Kreuzeck-Weitschuss aus gut 20 Metern – drehten die Hausherren die Partie. In der Folge fanden die Stralauer besser ins Spiel und waren immer dann gefährlich, wenn schnelle Gegenstöße nach Ballgewinn und Spielverlagerung konsequent über die Außen zu Ende gespielt wurden (Friedrich, 34′ und ‚Mo‘ Müller Stangenschuss, 40′). Kurz vor der Halbzeitpause war es schließlich der Stralauer 6er Weber, der eine Wohlfahrt-Ecke per Hüftdrehstoß zum zwischenzeitlichen 2:2 Ausgleich in die Maschen knallte.

Berolina, defensiv mit 5er-Kette … © m.w.

Nach dem Seitenwechsel – Büter für den krankheitsbedingt entkräfteten Wohlfahrt (46′) – wurden die Heimischen mit Fortdauer der Partie spielbestimmender und kombinierten sich phasenweise ganz ansehnlich durch das Mittelfeld der Gastgeber. Bedingt durch ungenaues Passspiel im Angriffsdrittel fanden die Stralauer allerdings kaum zählbare Chancen vor (Weber, 61′ und Querlatten-Klärungsversuch der TSV-Hintermannschaft, 63′).

Weber, kommt zu kurz … © m.w.

Wie aus dem Nichts erzielten die Tempelhofer mit ihrem ersten Angriff in Halbzeit 2 nach einem schnellen Gegenstoß die 3:2 Führung: Der eingewechselte Fechner (58′, für D. Franz) knallt das Leder trocken und flach vom 16er in die rechte untere Ecke (65′). Die wenig beeindruckten Stralauer hatten kurze Zeit später die richtige Antwort parat: ‚Air‘ Pütz hebt – nach Tyroke-Turtschann-Vorarbeit – das Leder gefühlvoll aus 21 Meter über Keeper Hildeberandt zum Ausgleich in die Maschen (75′).

In der Folge entwickelte sich ein packender Schlagabtausch und ein wahrer Pokalkrimi zwischen beiden Mannschaften:

Turtschann, auf der Linie per Kopf gegen Joker Fechner … © m.w.

Turtschann, der auf der Linie klärt (78′), und Reck mit einer klasse Parade nach TSV-Eckball (75′) hielten die Stralauer im Spiel, ehe ‚Mo‘ Müller – nach Weber-Turtschann-Vorarbeit – zur 3:4 Führung vollendete (83′). Doch die Gastgeber steckten nicht auf und kamen – unter gütiger Stralauer Mithilfe – zum Ausgleichtreffer: Eine Flanke aus dem Halbfeld wird von Büter unterlaufen und Joker Fechner bezwingt aus spitzem Winkel mit dem Knie Keeper-Reck (89′). Und es kam für die Stralauer noch dicker: Eine abgerissenen Flanke von Linksaußen ans Quergebälk kann die heimische Hintermannschaft nicht entschärfen und der ebenfalls eingewechselte Colmsee (68′, für Cimentepe) bolzt die Kugel aus kurzer Distanz zum 5:4 Siegtreffer in das Gehäuse der Stralauer (91′).

Wenzel, aus- nahmsweise ohne Glück im Abschluss … © m.w.

‚Eigentlich unglaublich, dass wir heute dieses Spiel nochmal aus der Hand geben. Wie in der F-Jugend. Das ist einfach fehlende Cleverness und Abgezocktheit.‘ resümierte ‚Air‘ Pütz stinksauer nach dem Spiel.

Trotz dieser bitteren Pokalniederlage zeigten sich die Stralauer verbessert im Vergleich zur Vorwoche, kamen über schnelles Umschaltspiel und gezielte Konter gut ins Spiel und standen in der Mittelfeldzentrale deutlich sicherer. Durch Defizite in der Passgenauigkeit im Angriffsdrittel und durch eine deutlich zu hohe Anzahl an individuellen Unzulänglichkeiten, auch der arrivierten Stammkräfte, brachte sich der FSV Berolina Stralau leider wieder selbst um den möglichen Sieg.

Helgoland, jubelnd … aber bald am Lasker zu Gast … © m.w.

 

Mitschnitte von Interviews nach dem Spiel mit den Stralauern und ihrem Head-Coach Fineske finden sich hier.

 

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P. A. Reck – J. Pütz – M. Tyroke, C. Beer – A. Wohlfahrt [C] (46′ K. Büter), M. Weber, M. Turtschann, T. Bischof (67′, St. Buchberger) – M. Müller – O. Friedrich, St. Wenzel (84′, G. Müller)

Es fehlten:
R. Kimpinsky (verletzt), M. Wallner (rekonvaleszent), M. Burmeister (Probetraining LA Galaxy), G. Niemann (Scouting), T. Strömel (Langschläfer) sowie E. Schindler

Nächste Spiele:
Bezirkliga, 5. Spieltag
SC Westend 01 – FSV Berolina Stralau
Sonntag, 16.09.2012, 14:15 Uhr
Jungfernheide NR1, Jungfernheideweg 70, 13629 Berlin

Bezirksliga, 6. Spieltag
FSV Berolina Stralau – TSV Helgoland
Sonntag, 23.09.2012 14:00 Uhr
Laskersportplatz, Persiusstaße 7 B, 10245 Berlin

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