Stralau feiert Kantersieg gegen den TSV Helgoland

Persiustraße, 23. September 2012 – Der FSV Berolina Stralau deklassiert den TSV Helgoland mit 5:0 (3:0) und feiert seinen 2ten Saisonsieg. Die Stralauer präsentieren sich dabei als spielerisch überzeugendes und taktisch diszipliniertes Kollektiv und revanchieren sich damit für die bittere 5:4 Auswärtsniederlage im Pokalkrimi von vor 2 Wochen. Am kommenden Wochenende treffen die Heimischen auswärts auf den bislang sieglosen Wartenberger SV.


Headcoach Fineske, der seine Mannschaft mit einer Udo-Lattek-Gedächtnis-Trainingswoche auf den Boden des realen ballesterischen Alltags zurück geholt hatte, schickte seine Mannen am vergangenen Sonntag im gewohnten 3-5-2 auf die Stralauer Heim-Wiesn – allerdings wieder mit einigen personellen Änderungen im Vergleich zum Westend-Spiel: Vor der neu formierten 3er Abwehr Pütz-Tyroke-Beer gab der von seiner Verletzung wieder genesene Wallner auf der 6er Position sein Startelf-Comeback. Neu in der Startaufstellung auch der Sommerneuzugang Strömel auf der rechten Außenbahn.

Die Stralauer präsentierten sich von der ersten Minute an gut sortiert, geduldig im Aufbauspiel und vor allem zielstrebig und konsequent im Umkehrspiel nach Balleroberung. Nach Tyroke-Ballgewinn und vertikalem Wallner-Niemann-Flachpassspiel in die Spitze enteilt Wenzel der Gäste-Hintermannschaft, umkurft Torhüter Grützmacher, und schiebt zum frühen 1:0 ein (7′).
Durch die nominelle Überzahl im Mittelfeld dominierten die Stralauer das bieder und konservativ interpretierte 4-4-2 der Helgoländer – mit 4 quasi Innenverteidigern auf einer Linie – und eröffneten sich durch geschickte Spielverlagerung Lücken in der häufig unsortierten Gäste-Defensive. Nach langem, vertikalem Tyroke-Befreiungsschlag verlagert Wenzel diagonal auf den sich häufig ins Angriffsspiel mit einschaltenden Beer, der einen Helgoländer Verteidiger aussteigen lässt und trocken mit Links zum 2:0 erhöht (16′):

In der Folge dominierten die Stralauer das Spielgeschehen durch Ballbesitz gegen offensiv harmlose Gäste geduldig und nahmen fallweise das Tempo aus dem Spiel. Weitere gute Tormöglichkeiten der Heimischen blieben vorerst ungenützt – Wallner und Niemann gaben Torschüsse ab, ließen dabei aber Konzentration oder Präzision vermissen. Kurz vor der Pause war es schließlich abermals Goalgetter-Wenzel, der nach langem Pütz-Flugball, aus leicht abseitsverdächtiger Position startet, seine kaltschnäuzigen Torjägerqualitäten wieder entdeckt und auf 3:0 erhöht (45′).

Auch durch 2 Wechsel zur Halbzeit – Colmsee für Jaster und Ünal für Tran (beide 46′) – bei den Gästen, veränderte sich das Spielgeschehen kaum. Helgoland nun zwar mit etwas mehr Nachdruck, ohne dabei allerdings wirklich Torgefahr auszustrahlen, weil taktisch unverändert. Den einzigen erwähnenswerten Torschuss im gesamten Spiel der Gäste entschärfte Keeper-Reck problemlos (55′). Die Heimischen im 2ten Durchgang zudem auch mit Überlegenheit im Luftraum: Kopfbälle von Friedrich (56′) und Kapitän Wohlfahrt nach Strömel-Flanke (65′) streichen nur knapp über das Gehäuse des Gästekeepers.

In- oder außerhalb des Strafraums? … © s.p.

Auch am Boden blieben die Stralauer durch überfallartiges Konterspiel brandgefährlich: Erneut ist des Wenzel, der seine Schnelligkeitsvorteile gegen die hochstehende Helgoländer 4er-Kette nutzt, und auf dem Weg zu seinem 3ten Treffer nur regelwidrig vom Gäste-Keeper Grützmacher gestoppt werden kann. Über die Strafstoß Entscheidung von Schiedsrichter Reichelt, der als ruhiger und souveräner Spielleiter zu gefallen wusste, lässt sich sicherlich streiten, nicht aber über die Rote Karte wegen Torraubs für Grützmacher (68′). Den anschließenden Elfmeter versenkt Goalgetter Wenzel resolut und sorgt damit für die vorzeitige Entscheidung (69′).

Der Goleador mit Saisontreffer Nr. 6 … © s.p.

In der Folge spielten die Stralauer die verbliebene Zeit abgeklärt von der Uhr, ließen den Ball – in Überzahl und mit der Einwechslung von Weber (65′) im Spielaufbau aus einer 4er-Kette – in den eigenen Reihen zirkulieren und machten neuerlich Bekanntschaft mit dem Aluminium: Einem herrlichen 30-Meter-Schlenzer von Kapitän Wohlfahrt, der auf die Querlatte tickt, bleibt nicht nur der Torjubel sondern auch die Auszeichnung zum Tor des Monats verwehrt.

Kurz vor Schluss krönt schließlich noch Turtschann, der erneut als 6er zu überzeugen wusste, selbst seine Leistung und hämmert das Leder – nach unwiderstehlichem Solo – vom 16er unhaltbar ins Kreuzeck zum 5:0 Endstand (88′). Zu allem Überdruss kassierten die entnervten Gäste in der Nachspielzeit noch einen weiteren Platzverweis (gelb-rot für Milosavljevic, Foul/SR-Kritik, 91′) und beendeten die Partie personell arg dezimiert.

Nach 4 sieglosen Spielen in Folge durchbrechen die Heimischen mit der Revanche gegen den TSV Helgoland ihren negativ Lauf. Die Stralauer präsentieren sich dabei als taktisch diszipliniertes Kollektiv und gestalten ihre Spielanlage über 90 Minuten hinweg variantenreich. Ohne Eigenfehler und mit der nötigen Konzentration und Konsequenz im Abschluss schießen die Rot-Weißen den TSV Helgoland damit hoch verdient mit 5 Bummerln (österr. umgsspr. für Gegentor) vom Laskerplatz.

 

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P. A. Reck – J. Pütz – M. Tyroke, C. Beer – A. Wohlfahrt [C] , M. Wallner (65′, M. Weber), M. Turtschann, T. Strömel (86′, K. Büter) – G. Niemann – O. Friedrich, St. Wenzel (86′, G. Müller)

Auf der Bank:
P. Böhm – St. Buchberger, M. Burmeister

Es fehlten:
R. Kimpinsky (verletzt), T. Bischof (Forschungsreise am und um den Weißwurst-Äquator), E. Schindler (Rückenprobleme) sowie M. Müller

 

Nächste Spiele:
Bezirksliga, 7. Spieltag
Wartenberger SV – FSV Berolina Stralau

Sonntag, 30.09.2012 14:00 Uhr
Stadion Wartenberg, Fennpfuhlweg 53, 13059

Bezirksliga, 8. Spieltag
FSV Berolina Stralau – 1. FC Schöneberg
Sonntag, 07.10.2012 14:00 Uhr
Laskersportplatz, Persiusstaße 7 B, 10245 Berlin

 

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