Ostberliner Supercup geht nach aufopferungsvollem Kampf der Stralauer an den SV Empor

Dunckerstraße 59/60, 14. August 2012 – Der FSV Berolina Stralau muss sich auf dem Tesch-Sportplatz dem Berlin-Ligisten SV Empor Berlin mit 1:4 (1:3) geschlagen geben. Die Stralauer zeigen trotz der Niederlage eine überzeugende Leistung und erweisen sich als schwer zu bespielender Gegner. Der Ostberliner Supercup wandert damit, zumindest für dieses Jahr, wieder nach Pankow.

Nach der ernüchternden Niederlage zum Saisonsauftag bei den Spandauer Kickers von vor zwei Tagen nahm Headcoach Fineske einige Änderungen in seiner Startformation, systemisch im 3-5-2 ausgerichtet, vor: Im Tor erhielt Böhm – wie abgesprochen – den Vorzug gegenüber Reck, die rechte Außenbahn beackerte Burmeister und das neu formierte Sturmduo bildeten Goalgetter Wenzel und der wuslige G. Müller.

Und die Rot-Weißen aus Friedrichshain legten los wie die Feuerwehr: Ein Wenzel-Schuss vom 16er konnte die Emporer Hintermannschaft zur Ecke klären (4′), der nach dem Corner folgende Wohlfahrt-Schlenzer strich nur knapp über das Gehäuse des Emporer-Keepers (5′). Der von der Anfangsoffensive der Stralauer überrascht wirkende Berlin-Ligist fing sich in der Folge aber und übernahm fortan die Spielkontrolle und drängte den FSV Berolina tief in die eigene Hälfte. Trotz der drückenden Überlegenheit Empors fiel das Führungstor des Exer Pokalsiegers – auf Stralauer Sicht – einigermaßen unglücklich:

begleitschützende Stralauer vor dem 0:1 … © m.w.

Nach einem auf den kurzen Pfosten getretenen Eckball konnte Stephan die Kugel über bzw. durch 3 Stralauer Abwehrspieler hinweg in die Maschen abscherzeln (österr., ugs. für ablenken, Anm.d.Red.) (18′).
Wie aus dem Nichts kamen die auf Kontermöglichkeiten lauernden Stralauer 2 Minuten später zu ihrer Ausgleichschance: Nach einem schnell vorgetragenen Gegenstoß über Kapitän Wohlfahrt und Spielgestalter Niemann, legte G. Müller am 16er quer auf Goalgetter Wenzel, dessen Schuss abermals in letzter Sekunde abgeblockt werden konnte (20′). In der Folge erhöhte die SV Empor nochmals den Druck und sorgte mit einen Doppelschlag durch Jechow – wunderbarer Kreuzeckhammer – und Ali (30′ und 31′) für klare Verhältnisse.

Wenzel durch blau tanzend und stramm zum 1:3 vollendend … © s.p.

Die an individueller Klasse klar unterlegenen Stralauer wackelten in dieser Phase des Spiel gehörig, verloren ihre Kompaktheit und taten sich folglich in der Arbeit gegen den Ball schwer. Entgegen dem Spielverlauf kamen sie durch einen Wenzel-Treffer – nach schnell ausgeführtem Weber-Einwurf – zurück ins Spiel (38′).

Nach einem verletzungsbedingten Wechsel – Turtschan, für den mit gebrochenem Finger ausscheidenden Kimpinsky (40′) – folgte der große Auftritt des als Elfmeterkiller allseits berühmt-berüchtigten Böhm: Der Stralauer Keeper entscheidet – nach unnötigem Weber-Foulspiel – das Duell mit Jechow für sich und kann den an sich gut geschossenen Strafstoß abwehren (42′).

Böhm fliegt und faustet den Elfer aus der Gefahrenzone … © s.p.

Die 2te Halbzeit konnten die aufopferungsvoll kämpfenden Stralauer, auch weil Empor nun einen Gang zurückschaltete, einigermaßen offen gestalten, mussten aber dennoch einen weiteren Gegentreffer hinnehmen: ‚Air‚ Pütz fälschte einen an sich ungefährlichen Stephan-Schuss unglücklich und unhaltbar für Keeper Böhm ins eigene Tor ab (58‘).
In der Folge wechselten die beiden Trainer ihre Teams gehörig durch. Empor blieb weiter dominant und erzeugte durch seine Ballsicherheit das nötige Übergewicht, um die Rot-Weißen in Schach zu halten. Dennoch gelang es den Stralauern ihr Umkehrspiel konsequenter zu Ende zu spielen. Berolina wurde immer dann gefährlich, wenn schnell und direkt mit Einmal-Berühren über die Räume hinweg kombiniert wurde und hatte zudem Pech, dass ihnen das mit Fortdauer der Partie immer schwächer agierende Schiedsrichtergespann einen Strafstoß – Ellenbogencheck gegen Wenzel – verwehrte.

Stralauer Ultras – nicht immer einverstanden mit den – zum Teil fragwürdigen – Entscheidungen des Schiri-Gespanns … © m.w.

Alles in Allem boten die Stralauer eine gute und vor allem leidenschaftliche Vorstellung gegen den höherklassigen Gegner, versteckten sich nicht, und vermochten Empor das ein oder andere Mal in Bedrängnis zu bringen.
Der Sieg des Berlin-Ligisten geht dennoch auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

 

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P. Böhm – J. Pütz – M. Tyroke, K. Büter (T. Strömel, 77′) – A. Wohlfahrt [C], R. Kimpinsky (M. Turtschan, 40′), M. Weber, M. Burmeister (T. Bischof, 63′) – G. Niemann – St. Wenzel, G. Müller (O. Friedrich, 52′)

Es fehlten:
M. Wallner (verletzt), E. Schindler (berufsbedingt) sowie St. Buchberger, C. Beer und M. Müller (Scouting-Reisen)

Nächstes Spiel:
FSV Berolina Stralau – FV Wannsee
Sonntag, 19.08.2012 – 14:00 Uhr