Ernüchternde Niederlage des FSV Berolina Stralau zum Saisonauftakt

Brunsbüttler Damm, 12. August 2012 – Nach dem Sommermärchen bei den Lichtenberger Meisterschaften legt der FSV Berolina Stralau eine Bruchlandung auf dem harten Boden der Realität des Liga-Alltags hin. Uninspirierte Stralauer müssen sich auswärts dem Aufstiegsaspiranten Nummer 1, den Spandauer Kickers, mit 0 zu 3 geschlagen geben.

‚Heute konnten wir so gut wie gar nichts von dem umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Weder in taktischer Hinsicht noch vom individuellen Leistungsvermögen haben wir das gezeigt, was wir eigentlich im Stande sind zu bringen.‘ resümierte ein sichtlich konsternierter Headcoach Fineske nach dem Abpfiff.

Die prall gefüllte Auswechselbank der Stralauer …

Auf dem Rasenplatz der Sportanlage Staaken West schickte Headcoach Fineske seine Mannen im bekannten 3-5-2 aufs Feld. Etwas überraschend nahm Toptorjäger Wenzel – leicht angeschlagen – erst mal auf der Bank platz, zudem rückte Kimpinsky für den verletzten Wallner – Muskelfaserriss in der Wade – in die Start-Elf der Stralauer.

Die Spakis, relativ einheitlich von den Trainern der Bezirksligastaffel 3 als Aufstiegskandidat gehandelt, traten von Beginn an selbstbewusst auf, übernahmen sofort die Spielkontrolle und ließen Ball und Gegner laufen. Der Überlegenheit der Spandauer hatten die Stralauer in Halbzeit 1 wenig entgegenzusetzen – wenig Aggressivität im Spiel gegen den Ball, schlampig und ohne Konsequenz im Umkehrspiel sowie fahrlässig im Spielaufbau. Folgerichtig gingen die Heimischen in Minute 25 durch Rekittke nach Flanke von Bernau in Führung. Doch auch dieser Gegentreffer war nicht der erhoffte Weckruf für die seltsam lethargisch agierenden Stralauer, die nur in Minute 33 mit einer ihrer wenigen erspielten Offensivaktion über Kapitän Wohlfahrt vor dem Gästetorhüter Schröder, der einen geruhsamen Nachmittag verbringen konnte, gefährlich auftauchten. Bezeichnenderweise wurde der Friedrich-Schuss, nach suboptimaler M. Müller-Ablage, von einem Spaki-Verteidiger geblockt.

Zu selten präsentierten sich die Stralauer auf der Höhe des Geschehens …

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Spandauer Kickers dominant und hatten Pech, dass ein Rekittke-Weitschuss an die Latte donnerte (47′). Headcoach Fineske reagierte in der Folge auf die bis dahin schwache Darbietung seiner Mannschaft und brachte mit Goalgetter Wenzel (50′, für M. Müller) einen neuen Impuls für die Offensive. Um dem Spiel der Stralauer mehr Breite zu ermöglichen, kam zudem mit Turtschan (56′, für Bischof) eine weitere frische Kraft, die auch gleich offensive Akzente setzen konnte. In Minute 57 verfehlten ‚Air‘ Pütz und ‚Roberto‘ Kimpinsky eine Wenzel-Freistoßlanke – nach Foul am durchbrechenden Turtschan – nur knapp. Der bis dahin als Inverted-Winger agierende Kapitän Wohlfahrt wechselte auf die rechte Außenbahn.

Eine völlig unnötiges grobes Foulspiel des Spandauers Hanke, das zurecht mit der Ampelkarte vom ansonsten etwas unsicheren Schiedsrichter Eberle bestraft wurde, gab der Partie in Minute 63 eine unerwartete Wendung und brachte die Stralauer zurück ins Spiel. Der Ballbesitzanteil verschob sich nun zugunsten der Rot-Weißen, die es allerdings nicht verstanden, das Spiel breit zuhalten und die Spakis mit spielerischen Mitteln unter Druck zusetzen. ‚Unverständlich für mich, das wir nach dem Ausschluss nicht Ball und Gegner laufen lassen. Stattdessen fangen wir an zu bolzen und schlagen die Dinger lang nach vorne.‘ konnte sich der Stralauer Mittelfeldstratege Niemann das taktisch wenig clevere Verhalten seiner Mannschaft in Überzahl nicht erklären.
Dennoch kamen die Stralauer zu ihrer Wohl besten Ausgleichschance: Nach Friedrich-Zuspiel scheiterte Goalgetter-Wenzel freistehend an der Latte (79′).

Haste ken Glück …

… dann kommt auch noch …

… Pech dazu.

In der Folge nahm Headcoach Fineske volles Risiko und brachte mit G. Müller (80′, für Kimpinsky) einen 3ten Stürmer. Doch die Stralauer liefen prompt in einen Konter: Nach eigenem Einwurf in der gegnerischen Hälfte und folgendem Ballverlust schickte der eingewechselte Tolzmann seinen Innenverteidiger Greber tief und dieser vollendete eiskalt zum vorentscheidenden 2 zu 0 (81′). Nach einer weiteren individuellen Unzulänglichkeit – plumpes Pütz-Foul im 16er – verwandelte Tolzmann im 2ten Versuch den fälligen Strafstoß zum 3 zu 0 Endstand (89′) und packte den Arbeitssieg der Gastgeber in trockene Tücher.

Karl Büter überzeugte bei seiner Pflichtspielpremiere als einer der Twin-Towers im Stralauer Abwehrverbund.

‚Das war heute eine wirklich indiskutable Leistung von uns. Ich hoffe, dass nun alle wieder aus dem Vorbereitungs-Sommermärchen-Traum aufgewacht sind. So können wir uns auf keinen Fall nochmal präsentieren.‘ war vom Stralauer Bischof nach dem Spiel zu erfahren. ‚Am Dienstag steht Empor auf der Matte. Jeder einzelne von uns muss da zulegen und an seine Schmerzgrenze gehen, wenn wir unseren selbst gesetzten Saisonzielen genügen wollen.‘

Dem FSV Berolina Stralau bleibt also wenig Zeit, diese Niederlage zu verdauen und zu verarbeiten, denn am kommenden Dienstag treffen die Friedrichshainer auf den Exer-Pokal-Sieger und Berlinligisiten SV Empor Berlin.
Wer dabei sein möchte, wenn die Stralauer die Scharte der ersten Saisonniederlage im Spiel um den Ostberliner Supercup ausbessern, kommt am Dienstag, dem 14. August, um 19:00 Uhr an die Dunckerstraße im Prenzlauer Berg und wird sicherlich eine bis in die Haarspitzen motivierte Stralauer-Elf erleben.

Denn niemals vergessen: Wir sind Stralau!


Der FSV Berolina Stralau spielte mit:

P.-A. Reck – J. Pütz – M. Tyroke, K. Büter – A. Wohlfahrt [C], R. Kimpinsky (G. Müller, 80′), M. Weber, T. Bischof (M. Turtschan, 56′) – G. Niemann – M. Müller (St. Wenzel, 50′), O. Friedrich

auf der Ersatzbank:
P. Böhm – M. Burmeister

es fehlten:
M. Wallner (verletzt), E. Schindler (berufsbedingt) sowie St. Buchberger und C. Beer (Scouting-Reisen)