Die Arbeit der Stralauer Scouting-Abteilung trägt erste Früchte

Scouting – das ist nicht nur der Name der führenden deutschen Pfadfinderzeitschrift, nein, die Wichtigkeit systematischen Scoutings ist auch im Bereich des Fußballs im Hinblick auf die Sicherung von Wettbewerbsvorteilen seit längerem erkannt worden. Kein ernstzunehmender Fußballverein mehr, der neben Übungsleitern, Muskelknetern und Pressesprechern nicht auch einen ganzen Stab von Menschen beschäftigt, die wahlweise im nahen Ausland, im südamerikanischen Regenwald oder in abgelegenen österreichischen Alpentälern nach viel versprechenden Athleten fahnden. Allzeit auf der Jagd – wie einst die Goldsucher im Gletscherbach und am Amazonas.

Zu Beginn der letzten Bezirkligasaison hat nun auch der FSV Berolina Stralau die entscheidenden Schritte in Richtung eines strategischen Personalmanagements gesetzt. Um im Bereich des Scouting, also die Suche nach neuen Spielern, nicht hauptsächlich auf den Zufall angewiesen zu sein, hat man sich entschlossen, sich durch proaktives Handeln Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Vor diesem Hintergrund wurde eine klar strukturierte Scouting-Abteilung aufgebaut: Der Bereich der Hochschulen und universitären Bildungseinrichtungen wird dabei von ‚Air‘ Pütz und ‚Gerät‘ Müller abgedeckt, mit ‚Doppelpack‘ Wohlfahrt wurde ein Hauptverantwortlicher für die Abteilung ‚Alte Kantine‘ gefunden und für die Mädchen- und Frauenabteilung des FSV Berolina Stralau ist zusätzlich noch mit Max Weber ein weiterer engagierter Scouting-Jäger in den Berliner Bezirken unterwegs.
Für die erfolgreiche Personalakquise ist Kommunikation im Zusammenspiel dieser einzelnen Aufgabenbereiche und dem Trainerteam von entscheidender Bedeutung. ‚Wir setzen uns regelmäßig gemeinsam mit dem Trainerteam zusammen. Wir telefonieren auch viel.‘, so Kapitän Wohlfahrt. ‚Dieser Austausch ist für den Erfolg im Kampf gegen den Faktor Glück Grundvoraussetzung.‘

Dem zielgerichteten, intensiven und professionellen Handel dieser Bero-Scouting-Jäger ist es zu verdanken, dass sich der FSV Berolina Stralau für die kommende Bezirksligasaison mit 3 Neuzugängen verstärken konnte:

Mit Martin Turtschan kommt vom PSV Röbl/Müritz ein variabel einsetzbarer Linksfuß. ‚Martin ist ein gestandener Spieler, der uns sicher sofort weiterhelfen kann.‘ ist sich Headcoach Fineske sicher. ‚Beim Landesliga Ost Absteiger der letzten Saison [in Mecklenburg-Vorpommern, Anm.d.Red.] hat er hauptsächlich den linken Verteidiger in der Viererkette gespielt, aber auch auf der Außenbahn im Mittelfeld kann man ihn jederzeit bringen.‘ Neben seiner Beidfüßigkeit zeichnen ihn seine scharf geschlagenen Flanken aus, die mit den beiden kopfballstarken Stralauer Spitzen, ‚Ballkrake‘ Friedrich und Toptorjäger Wenzel, dankbare Abnehmer finden werden.

Aus der A-Jugend des TSV Germania Chemnitz 08, der seine Wurzeln in den Betriebssportgemeinschaften Motor Spinnbau und der aus DDR-Liga Zeiten bekannten Motor Germania hat, stößt Clemens Beer zu den Stralauern. Der im Mittelfeld einsetzbare Rechtsfuß Beer wusste im Training bislang vor allem durch seine versierte Ballbehandlung und guten Zug zum Tor zu überzeugen.

In der 1921 gegründeten Turn- und Sportgemeinschaft aus Ahmsen, einer Ortschaft im Ortsteil Biemsen-Ahmsen der Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, unweit der Stadt Herford gelegen, konnte mit Karl Büter ein weiterer talentierter A-Jugend Spieler ausfindig gemacht und verpflichtet werden. Der großgewachsene und kopfballstarke Abwehrspieler soll den Druck auf die arrivierten Stralauer Innenverteidiger erhöhen. „Ich bin froh, dass sich die beiden Vereine so schnell einigen konnten. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung hier in Berlin bei der Berolina spielen zu können. In erster Linie möchte ich mich so schnell wie möglich an das körperliche Niveau im Herrenbereich gewöhnen“ so der baumlange Innenverteidiger. „Mittelfristig werde ich natürlich versuchen mich um den Kampf um die Innenverteidigerplätze mit einzumischen.“

Beim 5 zu 1 Testspielsieg gegen die SG Blau-Weiß Hohenschönhausen am 1ten Spieltag der Lichtenberger Sommermeisterschaft konnten mit Martin Turtschan und Karl Büter gleich 2 Neulinge der Stralauer ihr Debüt im Rot-Weißen Dress feiern. In einer relativ einseitigen Partie, in der die Hohenschönhauser zwar körperlich robust, aber spielerisch limitiert auftraten, bekleidete Turtschan 90 Minuten lang die linke Innenverteidigerposition fehlerfrei. Nach seiner Einwechslung im Laufe der 2ten Halbzeit gab sich auch Büter bei seinem Premiereneinsatz in einer Herrenmannschaft keine Blöße und hätte per Kopf beinahe einen Treffer beigesteuert. Für die Stralauer waren 2x Friedrich, Pütz, M. Müller mit seinem Premierentreffer für Berolina, sowie Goalgetter Wenzel per Foulelfmeter erfolgreich.

Den berufbedingten Abgang von Stamm-Innenverteidiger Alex Rapien können die Stralauer mit den 3 Neuverpflichtungen voraussichtlich kompensieren. Der Kader konnte zudem qualitativ und in der Breite verstärkt werden. „Auf uns kommt eine schwierige Saison zu. Da ist es gut, wenn unserem Trainerteam mehrere Optionen zur Verfügung stehen. Aus Trainersicht ist ein gesteigerter Konkurrenzkampf um die ersten 11 Plätze natürlich immer wünschenswert.“ zeigt sich Headcoach Fineske mit der Arbeit des Scouting-Teams sehr zufrieden.
Aus gut informierten Kreisen ist zu erfahren, dass damit das Stralauer Einkaufsprogramm abgeschlossen ist.