Bezirkliga, Nachholspiel, 17. Spieltag: FSV Berolina Stralau – VfB Hermsdorf II 3:3 (2:2)

Persiusstraße, 4. April 2012 – Der FSV Berolina Stralau muss sich gegen den VfB Hermsdorf II mit einem 3 zu 3 Unentschieden begnügen. Die Stralauer bleiben damit im dritten Spiel in Folge ungeschlagen und vergrößern den Vorsprung auf die Abstiegsränge auf 11 Punkte.

Nur 3 Tage nach dem sensationellen 5 zu 1 Auswärtssieg beim selbsternannten Aufstiegsaspiranten CFC Hertha 06 trafen die Stralauer am vergangenen Mittwoch im Nachholspiel der 17. Runde auf den VFB Hermsdorf II. Im Hinspiel musste der FSV Berolina Stralau vergangenen Oktober eine bittere 4 zu 2 Auswärtsniederlage einstecken. Dementsprechend motiviert und auf Wiedergutmachung bedacht, hatten sich die Stralauer einiges vorgenommen. „Wir müssen heute ganz einfach punktemäßig nachlegen, ansonsten war der Auswärtssieg bei Hertha 06 für die Katz.“ so der neuerlich als Abwehrchef aufgebotene „Air’“ Pütz vor dem Spiel.

Doch die Stralauer – mit einer Änderung zum sonntäglichen Auswärtsspiel, Toptorjäger Wenzel von Beginn an für Müller – erwischten einen denkbar ungünstigen Start. Der VfB mit aggresivem Offensivpressing, zielgerichtet und möglichst schnell den Abschluss suchend – in der Anfangsviertelstunde vorallem über ihren rechten Flügel. Nach gut angetragenem und scharfem Corner von rechts, Resulatat der ersten Angriffsakton der Gäste, vermag die Bero-Abwehr nicht zu klären und Habendank kann aus kurzer Distanz zum 0 zu 1 einschieben (Minute 2).
In der Folge präsentierten sich die Heimischen inferior, weil völlig verunsichert, und alles andere als Bezirksliga tauglich – desolat im Zweikampfverhalten, chaotisch im Stellungsspiel und nahezu kafkaesk im Passspiel sowie der Spieleröffnung. Folgerichtig nützten die Hermsdorfer, die im Halbfinale des Berlin-Pokals stehen und dort auf den VSG Altglinicke II treffen, in Minute 9 einen weiteren Corner von rechts und erhöhten auf 0 zu 2 (ET Weber, der einen Kopfball abfälscht und ins Tor bugsiert).

Nach gut 20 Minuten fingen sich die Stralauer schließlich, auch weil Hermsdorf nun tiefer stand und mit der Führung im Rücken abwartender agierte, und rissen die Spielkontrolle an sich. Und die Rot-Weiße-Angriffsmaschinerie (15 Tore in den letzten 3 Spielen, Anm. d. Red.) kam langsam ins Rollen. Berolina, nun aggressiver im Spiel Mann gegen Mann und deutlich passsicherer als zu Spielbeginn, erhöhte – angetrieben von Spielgestalter Niemann – den Druck stetig. Gute Chancen – Wallner-Volley nach Niemann-Maßflanke, sowie Rapien-Lattenknaller aus kurzer Distanz – blieben zunächst aber ungenützt.

In Minute 42 war es dann aber so weit: Nach einem Handspiel im Strafraum der Gäste, das den durchbrechenden Wohlfahrt bremst, hebt Wenzel den fälligen Penalty sicher zum 1 zu 2 in die Maschen (20. Saisontor). Morgenluft witternd nützten die Stralauer im Anschluss die Verunsicherung der Hermsdorfer Hintermannschaft, drückten weiter gehörig aufs Tempo und Kapitän Wohlfahrt stellte mit einem Kopfballheber – nach mehreren glücklosen Klärungsversuchen der Hermsdorfer – noch vor der Pause den 2 zu 2 Zwischenstand her (Minute 44).

Unverändert begannen beide Mannschaften Halbzeit 2. Der FSV Berolina Stralau weiter überlegen, jedoch nicht ganz so druckvoll wie vor dem Seitenwechsel. Die Gäste, vor der Partie schon von einigen Verletzungssorgen geplagt und nun kaltgeduscht durch die beiden Gegentore vor der Pause, passiv und wenn, dann nur durch Standards, speziell durch Eckbälle, gefährlich.
In einem relativ zerfahrenen Spiel, in dem das spielerische Niveau der Stralauer nicht an das des Hertha 06 Spiels heranreichte und in dem mehrere Akteure der Heimischen weit hinter ihrem Leistungsvermögen zurückblieben, waren es aber dennoch der FSV Berolina Stralau, der die besseren Chancen kreierte: So scheiterte der starke Friedrich nach einem der wenigen schön und direkt vorgetragenen Angriffszüge der Gastgeber nach Bischof-Stangerl-Pass aus kurzer Distanz am Gästekeeper. Zudem strich ein ‚Air’ Pütz-Kopfball hauchdünn über die Latte.

Bezeichnend für diesen Abend war die Entstehungsgeschichte zur 3 zu 2 Führung der Gastgeber: Ein langer Reck-Abschlag wird von der – unbedrängten – Hermsdorf-Hintermannschaft in grotesker Art und Weise vor die Füße von Wohlfahrt ‚geklärt’, der sich nicht 2 mal Bitten lässt und abgebrüht einschiebt (Minute 76). „Naja momentan läufts richtig gut für mich. Lieber wärs mir natürlich gewesen, wenn wir die 3 Punkte hierbehalten hätten.“ der treffsichere Linksaußen Wohlfahrt angesprochen auf seinen 2ten Doppelpack in Folge.
Kurz vor Schluss mussten die Stralauer schließlich den unglücklichen, aus Sicht der Hermsdorfer aufgrund der starken Anfangsphase in Halbzeit 1 aber durchaus verdienten, Ausgleichstreffer hinnehmen: Nach Einwurfflanke und anschließendem Gewühl im Strafraum springt der Ball Kapitän Wohlfahrt an die Hand und der Referee zeigte zum zweiten Mal an diesem Abend auf den Punkt. Habedank lässt sich diese Chance nicht nehmen und verwandelt in Minute 88 trocken zum abschließenden 3 zu 3.

„Das einzig Positive an diesem Abend ist, dass wir uns nach dem frühen 0 zu 2 Rückstand zurückgekämpft haben. Über alles Andere, speziell über die grottenschlechten ersten 20 Spielminuten, werden wir uns sicher noch mal unterhalten müssen.“ zeigte sich Keeper-Reck nach dem wenig glanzvollen Heimauftritt der Rot-Weißen einigermaßen unzufrieden. „Gegen die Westender bedarf es auf jeden Fall einer Leistungsteigerung.“

Nach dem spielfreien Osterwochenende heißt der Gegner am 22. Spieltag der Bezirksliga SC Westend 01 (Hinspiel 0:2). Gespielt wird am Sonntag, dem 15. April. Anstoß ist – wie gewohnt – um 14:00 Uhr am Laskersportplatz.
Der Mitaufsteiger, der gut in die Saison gestartet ist und immer noch auf dem 3. Tabellenplatz rangiert, musste allerdings in der Rückrunde in 7 Spielen schon 4 Niederlagen einstecken. „Uns ist natürlich vor allem das letzte Heimspiel gegen die Westender in guter Erinnerung (8 zu 1 Kantersieg, Anm. d. Red.). Klar, die haben sich vor dieser Saison nochmals personell kräftig verstärkt, das ist jetzt ne andere Mannschaft. Aber wir werden uns auf jeden Fall akribisch vorbereiten und denen in unserem kleinen Käfig einen heißen Tanz liefern.“ zeigte sich Assistenz-Coach Rossa nach dem Hermsdorf-Spiel kampfeslustig und ganz optimistisch mit Blick auf das bevorstehende Westend Spiel.

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P.-A. Reck – J. Pütz – A. Rapien (ab 89’ St. Buchberger), M. Tyroke – A. Wohlfahrt [C], M. Wallner, M. Weber, T. Bischof (ab 80’ M. Burmeister) – G. Niemann – O. Friedrich, St. Wenzel (ab 58’ G. Müller)

es fehlten:
M. Müller, S. Lehmann (alle rekonvaleszent), E. Schindler (Leistenprobleme)