Bezirksliga, 19. Spieltag: Hertha BSC Amateure II – FSV Berolina Stralau 2:0 (0:0)

Lüderitzstraße, 11. März 2012 – Der FSV Berolina Stralau muss sich nach starker Leistung und einer taktisch ansprechenden und über weite Strecken ausgeglichenen Partie dem Tabellenführer mit 2 zu 0 geschlagen geben.

Nachdem am Vorabend der Partie Müller krankheitsbedingt absagen musste, folgte vor dem Anstoß in den frühen Morgenstunden am vergangenen Sonntag die nächste Hiobsbotschaft für die Stralauer. Auch der etatmäßige Libero Buchberger musste nach einer von Grippeschüben geplagten Nacht die Begegnung w.o. geben.
Die Stralauer, zu einigen Umstellungen gezwungen – ‚Air’ Pütz, in der für ihn ungewohnten Rolle als letzter Mann, mit Rapien und Tyroke im Abwehrverbund vor Böhm anstelle des gesperrten Reck – wurden von ihrem Head-Coach Fineske im gewohnten 3-5-2 aufs Feld geschickt. Im Vergleich zu den letzten Wochen und dem Spiel gegen den – durch 4 Berlinliga erfahrene Akteure verstärkten – SC Staaken II präsentierten sich die Stralauer in den Anfangsminuten hellwach, hochkonzentriert und gewillt, den tabellenführenden Herthaner alles abzuverlangen.

Dem Matchplan entsprechend überließ man die Spielgestaltung den Gastgebern, attackierte ab der Mittellinie und verdichtete durch geordnetes Verschieben die Räume im Mittelfeld vorzüglich. Durch phasenweises, aggressives Vorchecking wurde vor allem der Spielgestalter der Gastgeber Alan immer wieder unter Druck gesetzt und konnte so seine Qualitäten im Spielaufbau kaum zur Geltung bringen. Hertha fand dadurch kaum Lücken im dicht gestaffelten Abwehrverbund der Stralauer. Die in der Spieleröffnung etwas unbeholfen wirkenden Innenverteidiger der Gastgeber versuchten folglich durch lange diagonal geschlagene Bälle ihre Außen in Szene zu setzen. Mit wenig Erfolg. Die einzig brauchbare Chance der Heimmannschaft in Halbzeit 1 vergab Knetsch, nach schnellem Gegenstoß nach Stralau-Corner, kläglich.

Die Stralauer hingegen richteten ihre Offensivbemühungen auf ihr gewohnt schnelles Umkehrspiel nach Balleroberung aus. Aber auch die beste Abwehr der Liga ließ wenige Chancen der Gäste zu und stand großteils sicher. Die besseren Chancen in Halbzeit 1 fanden dennoch die Stralauer vor: Nach weiter Einwurf-Flanke von Friedrich und Bischof-Kopfball verhinderte die Querlatte, nach einem verdeckten Schuss des Toptorjägers der Friedrichshainer Wenzel der Hertha-Keeper mit einer starken Parade die Stralauer Führung.

Ohne Wechsel auf beiden Seiten ging es in Halbzeit 2, die gleich mit einem Paukenschlag begann: Nach ungestörtem Solo durch das Mittelfeld nahm sich Alan in Minute 52 aus gut 25 Metern ein Herz und versenkte die Kugel – unhaltbar für den gut aufgelegten Böhm – im Kreuzeck (österreichisch für Dreiangel, Anm. d. Red.).In der Folge verhielten sich die Herthaner etwas abwartender, standen tiefer und verlegten ihre Angriffsbemühungen vermehrt auf das Konterspiel. Die Stralauer, druckvoller und mit mehr Ballbesitz, versuchten nun das Spiel an sich zu reißen, bissen sich aber häufig die Zähne an den beiden dicht gestaffelten Viererketten der Heimmannschaft aus. Und mussten einen zweiten Gegentreffer hinnehmen: Nach ungeschickter Koproduktion von Rapien und Wallner (ab 55’ für Kimpinski) gegen den durchbrechenden Hertha-Stürmer und dem folgerichtigen Elfmeter-Pfiff des Schiedsrichters, versenkte Abwehrmann Wischalka das Leder wuchtig und erneut unhaltbar für Böhm in Minute 69 im Gehäuse der Gäste.
In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, im Zuge dessen es Berolina aber kaum vermochte, wirklich gute Torchancen zu kreieren. Eine der Besseren vergab Weber. Auch die ansonsten gefährlichen Standards der Stralauer kamen an diesem Vormittag nicht zur Geltung und so mussten sich Berolina nach guter Leistung und spannendem Spiel dem Tabellenführer mit 2 zu 0 geschlagen geben.

„Klar haben wir uns für heute mehr erhofft. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen, Hertha ist ne Spitzenmannschaft und steht nicht umsonst unangefochten ganz oben. Da entscheiden nun mal Kleinigkeiten ein solches Spiel.“ wusste Bero-Keeper Böhm das Spiel nach dem Schlusspfiff richtig einzuordnen.

Auch Bero-Coach Fineske zeigte sich nach dieser Niederlage – zwar nicht mit dem Ergebnis, so doch aber mit der gezeigten Leistung – ganz zu frieden: „Wir haben der Hertha heute alles abverlangt. Meine Mannschaft hat über weite Strecken das umgesetzt, was ich von ihr erwartet habe.’ Und mit Blick auf das kommende Wochenende und dem wichtigen Spiel gegen den aktuell Tabellenvorletzten Liria fügte er hinzu: ‚Nächste Woche ist für uns entscheidend. Da müssen wir punkten, um die Treptower auf Abstand zu halten. Das sind die Spiele in denen ich von meiner Mannschaft erwarte, dass sie die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holt.“

Nächsten Sonntag, 18. März, folgt für die Stralauer das angesprochene, so wichtige Spiel gegen den FC Liria (Hinspiel 2:4). Anstoß – wie gewohnt – um 14:00 Uhr auf dem Laskerplatz.
Die Mannschaft hofft auf zahlreichen und vor allem lautstarken Support ihrer Fans und Ultras, ist doch zu erwarten, dass der FC Liria zu diesem Derby nicht ohne Anhang anreisen wird.

PS: Die Mannschaft bedankt sich bei ihrem Physiotherapeuten Rene für die Kostenübernahme des Frühstücks am kommenden Sonntag bei Lothar in der Sportlerklause.

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P. Böhm – J. Pütz – A. Rapien, M. Tyroke – A. Wohlfahrt [C] (ab 72’ E. Schindler), R. Kimpinsky (ab 55’ M. Wallner), M. Weber – G. Niemann – O. Friedrich, St. Wenzel

es fehlten:
M. Müller, S. Lehmann (alle rekonvaleszent), G. Müller (krankheitsbedingt), P.-A. Reck (gesperrt)