SC Borsigwalde 1910 – FSV Berolina Stralau 2:2 (1:1)

Tietzstraße, 26. Februar 2012 – Ersatzgeschwächte Stralauer erkämpfen sich beim SC Borsigwalde ein 2 zu 2 Unentschieden und sammeln einen weiteren, wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt.

Die mit einem 1 zu 3 Auswärtssieg beim Aufstiegsaspiranten 1. FC Lübars überzeugend in die Rückrunde gestarteten Stralauer wurden dieses Wochenende vom Tabellen- und Punktnachbarn SC Borsigwalde auf der Günter-Jäger-Sportanlage empfangen. „Wir sind heute hierher gekommen und wollen natürlich nicht mit leeren Händen wieder nach Hause fahren. Wir haben ja noch was gutzumachen.“ Gab sich Kapitän Friedrich – angesprochen auf die bittere 1 zu 2 Heimniederlage im Hinspiel – vor dem Spiel auf wieder Gutmachung bedacht.

Doch die von einigen Aufstellungssorgen geplagten Stralauer, im gewohnten 3-5-2 spielend, erwischten einen bitteren Start in die Partie. Mit ihrer ersten Angriffsaktion – weiter Einwurf durch Ulrich von links in den Strafraum – gingen die Borsigwalder, in einem 4-2-3-1 angetreten, nach gespielten 86 Sekunden durch den Kapitän der Heimmannschaft Zardin in Führung. „Das Ding geht ganz eindeutig auf meine Kappe. Dickes Sorri an die Jungs.“ So ‚Ösi’ Wallner zur Pause.
In weiterer Folge dominierte die Heimmannschaft, war im Zweikampfverhalten präsenter und hielt Berolina durch aggressives Offensivpressing weit vor dem eigenen Tor. Und erspielte sich einige gute Tormöglichkeiten: durch Gordziel (Weitschuss) und Mittelstürmer Piekarski (Außennetz). Nach gut Zwanzig Minuten reagierte Headcoach Fineske und zog ‚Ballkrake’ Friedrich zurück ins Mittelfeld. Nun mit Bischof in hängender Position hinter der wuseligen Solo-Spitze Müller, verstanden es die Stralauer besser den Ball in den eignen Reihen zu halten und griffen nun aktiver ins Spielgeschehen ein. Nach einem wegen Abseitsposition aberkannten Treffer durch den heute wie gewohnt zweikampfstarken Pütz nach Freistoßflanke des Winterneuzugangs Tyroke, war es schließlich Bischof der in Minute 30 mit einem herrlichen Heber aus halblinker Position im Strafraum für die Stralauer ausgleichen konnte. Die Borsigwalder blieben aber weiterhin gefährlich, vor allem über den agilen Linksaußen Zardin, und hatten mit einem Lattenknaller durch Ulrich Pech, dass es zur Pause – aus ihrer Sicht – nur 1 zu 1 stand.

„Wir haben uns jetzt besser auf die Gastgeber eingestellt, allerdings müssen wir durch cleveres Verschieben im Mittelfeld die Räume noch enger machen und vor allem unser Umschaltspiel konsequenter zu Ende spielen.“ So Headcoach Fineske nach der Pausenansprache in der Kabine.
Nach einem weiteren taktischen Feintuning zur Pause – Burmeister, nun auf der rechten Außenbahn tiefer stehend und folglich den bis dahin spielstarken und torgefährlichen Zardin aus dem Spiel nehmend – bekamen die Stralauer nach dem Seitenwechsel das Spiel immer besser in Griff. Die von Buchberger gut organisierte Abwehrreihe stand höher, das Mittelfeld enger am Mann und die Borsigwalder wussten aufgrund mangelnder Kreativität wenig mit ihrem hohen Ballbesitzanteil anzufangen. Ganz im Gegenteil, waren es die Stralauer, die durch schnelles Umschaltspiel, vor allem über die linke Tyroke-Außenbahn, gefährliche offensive Akzente setzten. So auch in Minute 60, diesmal über rechts, nach schnörkellos vorgetragenem Gegenstoß über Burmeister: Friedrich, mit gutem Zug zum Tor, dringt in den Strafraum ein, doch sein Schuss wird von Innenverteidiger Eltner mit der Hand abgeblockt. Den fälligen Elfmeter verwandelte im Anschluss Bischof sicher und brachte die Stralauer mit seinem zweiten Treffer verdientermaßen in Führung.

In der Folge verpassten es die Friedrichshainer allerdings den Sack gegen einfallslose Borsigwalder zu zumachen, gute Chancen durch Pütz, sowie Friedrich blieben ungenützt. Die wohl Größte vergab der nach seiner Einwechslung agile Schindler (ab 68. Minute, für Müller) nach Stanglpass von Friedrich und exquisiter Weiterleitung durch Bischof. Die Borsigwalder, nun zwar mit etwas mehr Nachdruck, verstanden es aber weiterhin nicht, das Gehäuse von Keeper Reck wirklich in Gefahr zu bringen. Auf Grund der nun dichter gestaffelten Bero-Mittelfeldreihe verloren sie sich allzu häufig im Klein-Klein und blieben nur durch weite Einwürfe gefährlich. So auch in Minute 81: Nach langem Ulrich-Einwurf von links und einem Gewühl im 16er der Stralauer, war es schließlich Eltner der zum 2 zu 2 Ausgleichstreffer abstauben konnte.

Alles in Allem trennten sich die beiden Tabellennachbarn schließlich mit einem gerechten, aber aufgrund des Spielverlaufs aus Stralauer Sicht doch etwas unglücklichen, 2 zu 2 Unentschieden. „Natürlich ist es bitter so kurz vor Spielende den Ausgleich zu kassieren, aber wir nehmen einen Punkt mit nachhause, sind in der Rückrunde weiterhin ungeschlagen, und blicken aufgrund der Leistung in der 2ten Halbzeit zuversichtlich auf das Staaken Spiel.“ so der Doppel-Torschütze Bischof kurz nach Spielende.

Auch Headcoach Fineske war nach dem 2ten Auswärtsspiel in Folge nicht ganz unzufrieden mit seinem Team: „Wir haben aus den ersten beiden Spielen 4 Punkte geholt, wir sind auf einem guten Weg. Heute bin ich vor allem mit der 2ten Spielhälfte zufrieden, da haben wir taktisch cleverer agiert, darauf werden wir aufbauen. Zudem hat der Einsatz und der Wille gestimmt, so wie wir uns nach dem frühen Rückstand zurück ins Spiel gekämpft haben“.

Am kommenden Wochenende, Sonntag 4. März, empfangen die Stralauer um 14:00 Uhr den Tabellen 10ten SC Staaken II auf der Laskerplatz und hoffen – wie schon in den letzten Heimspielen – auf die zahlreiche Unterstützung ihrer Fans und Ultras. Die Begegnung verspricht einiges an Spannung, sind die Staakener doch hervorragend mit 2 Siegen und einem Unentschieden in die Saison gestartet und damit, ebenso wie die Stralauer, in der Rückrunde noch ungeschlagen.

Der FSV Berolina Stralau spielte mit:
P.-A. Reck – St. Buchberger – J. Pütz, A. Rapien – M. Tyroke, R. Kimpinsky, M. Wallner, M. Burmeister – T. Bischof – G. Müller (ab Min. 68 E. Schindler), O. Friedrich [C]

es fehlten:
M. Müller, S. Lehmann, S. Wenzel (alle rekonvaleszent), sowie G. Nieman, A. Wohlfahrt, M. Weber (Höhentrainingslager in den österreichischen Alpen)